Pressemitteilung | (bvse) Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
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Es knirscht im Getriebe / Praxis verursacht ökologischen Rückschritt - EAR und Hersteller müssen endlich die Probleme anpacken

(Bonn) - Nach mehr als fünf Wochen Praxiserfahrung ist nach Ansicht des bvse mehr als nur Sand im Getriebe. bvse-Vizepräsident Ullrich Didszun: „Die Organisation der Abhollogistik durch EAR erweist sich nach wie vor als kompliziert, teuer und nicht transparent. Die Regel ist, dass ein Entsorgungsdienstleister seinen Container aufstellt, aber ein anderer Dienstleister den fremden Container wieder abholen soll. Dieses Vorgehen ist völlig praxisfremd, führt zu enormem Zeit- und Personalaufwand, der in einem Telefonmarathon mit manchmal ungewissem Ausgang mündet.“

Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. fordert daher die Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) und die Hersteller auf, nicht weiter die Hände in den Schoß zu legen, sondern sich aktiv und schnell an die Problemlösung heranzumachen. Der Aufwand der Koordinierung in jedem Abholauftrag ist gerade für mittelständische Unternehmen auf Dauer nicht vertretbar. Leidtragende dieses fehlerhaften Systems sind die mittelständischen Entsorger und die Kommunen. Didszun: „Inzwischen wird in einzelnen Kommunen sogar darüber nachgedacht, die kommunalen Übergabestellen zu schließen, weil die Container überquellen und nicht rechzeitig abgeholt werden.“

Nach Auffassung des bvse kann es nicht angehen, dass die EAR sich taub stellt und die Verantwortlichen oftmals stundenlang nicht erreichbar sind. Didszun: „Die EAR und die Hersteller lassen die Beteiligten im Regen stehen. Wir verlangen, dass jetzt die Verantwortlichen die Probleme endlich anpacken, anstatt die Situation schönzureden.“

Das System hat außerdem eine ökologische Rolle rückwärts ausgelöst. Es sieht so aus, als ob künftig nicht mehr Elektrogeräte wiederverwendet oder sinnvoll wiederverwertet werden, sondern weniger. Bildschirmgeräte werden beispielsweise nicht separat und bruchsicher erfasst, wie es das Gesetz fordert. Die Geräte kommen bereits zerstört und/oder beraubt bei den Erstbehandlungsanlagen an.

Der bvse verlangt, die Abläufe zur Abhollogistik endlich auf ein solides Fundament zu stellen. Das bedeutet, dass in einem ersten Schritt die EAR eine Bereitstellungsanordnung und dann nach Befüllung des Behältnisses eine Abholanordnung an den gleichen Hersteller und damit an den gleichen Entsorgungsdienstleister richtet.

In einem zweiten Schritt muss eine vernünftige und für alle Beteiligten tragfähige Lösung erarbeitet werden. Dazu müssen die Hersteller der Elektrogeräte endlich über ihren eigenen Schatten springen und die kartellrechtlich zulässige „Flickenteppichlösung“ auf die Beine stellen. Diese Lösung sieht vor, dass Hersteller befristet für bestimmte Regionen die Abholung und Entsorgung der Elektroaltgeräte verantworten. Das stellt sicher, dass es klare Verantwortlichkeiten gibt, feste Ansprechpartner und eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Hersteller, Entsorger und Kommunen.

Der bvse begrüßt daher, dass das Bundesumweltministerium alle Beteiligten am 18. Mai 2006 zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen hat. Didszun: „Es reicht aber nicht aus zu reden, wir müssen bei diesem Treffen einen großen Schritt hin zu einer Lösung des Problems machen.“

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) Jörg Lacher, Leitung, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit Hohe Str. 73, 53119 Bonn Telefon: (0228) 988490, Telefax: (0228) 9884999

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