ESCO Forum: zehn Prozent Wachstum im Krisenjahr / Gesetzesänderungen zur Verhinderung von Steuermissbrauch stellen Wachstum in Frage
(Hannover/Frankfurt am Main) - Die Geschäfte der Contracting-Anbieter des `ESCO Forum im ZVEI´ erweisen sich als krisenfest. Mit einer Steigerung von durchschnittlich zehn Prozent beim Auftragseingang im Jahr 2009 sind die Geschäfte der Mitgliedsunternehmen gegenüber dem Vorjahr gegen den allgemeinen Wirtschaftstrend gewachsen. "Diese positive Entwicklung konnte trotz eines teilweise extremen Geschäftsrückgangs unserer industriellen Kundenbranchen realisiert werden", berichtete Dr. Jobst Klien, Vorsitzender des ESCO Forum im ZVEI auf der Hannover Messe. Die Entwicklung der relativ jungen Contracting-Branche wurde auf dem Wege einer anonymen Mitgliederbefragung ermittelt, da es eine offizielle Statistik nicht gibt.
"Der deutsche Contracting-Markt ist zwar mit rund zwei Milliarden Euro Jahresumsatz noch eine Marktnische", stellte Klien fest, "aber die Marktdynamik führt zur Schaffung attraktiver Arbeitsplätze." In einer Umfrage gaben zwei von drei Unternehmen an, Ingenieure einstellen zu wollen. Dabei hätten sie weiterhin Schwierigkeiten, Bewerber zu finden, die sowohl fachübergreifendes Ingenieurs-Know-how als auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse mitbringen.
Vorschlag für marktkonforme Gesetzesänderung
Mit den Ergänzungen der §§ 54 und 55 Energiesteuer-Gesetz und 9 sowie 10 Stromsteuer-Gesetz will die Bundesregierung den Steuermissbrauch durch so genannte Scheincontractoren unterbinden. Scheincontractoren nutzen Steuersparmöglichkeiten aus und geben diese an ihre Auftraggeber weiter, ohne dabei eine Effizienzsteigerung zu erzielen. Während der echte Contractor durch die eigenverantwortliche Steuerung des Energieumwandlungsprozesses auch das Effizienzrisiko trägt, trägt der Scheincontractor dieses Risiko nie. "Die im Referentenentwurf des Finanzministeriums vorgesehene Gesetzesänderung würde die bisher gewachsene Struktur des Marktes für Energiedienstleistungen weitgehend zerschlagen. Sie stößt deshalb sowohl beim ESCO Forum im ZVEI als auch beim Fernwärme-Verband AGFW und dem Verband für Wärmelieferung (VfW) auf scharfe Kritik", erläuterte Klien. Die Verbände der betroffenen Unternehmen haben deshalb einen eigenen Textentwurf vorgelegt. "Wir unterstützen nachdrücklich das Ziel, Steuermissbrauch auszuschließen", führt Klien weiter aus. "Aber wir wollen verhindern, dass eine ganze Branche wegen einiger `schwarzer Schafe´ in Misskredit gerät und den erfolgreichen, seriösen Energiedienstleistern die Wettbewerbsfähigkeit entzogen wird."
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
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