Pressemitteilung | Deutscher Bauernverband e.V. (DBV)

EuroTier: Reger Informationsaustausch zur Zukunft der Milchproduktion / DBV-Informationsplattform Milch ist beliebter Anlaufpunkt

(Berlin) - Ein schneller und abrupter Ausstieg aus der Milchquotenregelung sei aufgrund der zu befürchtenden Strukturverwerfungen auf jeden Fall zu vermeiden, betonte der Deutsche Bauernverband (DBV) auf der EuroTier in Hannover. Vom 14. bis 17. November 2006 ist der Informationsstandstand des DBV auf der Messe ein wichtiger Anlaufpunkt für viele Milcherzeuger, die mit den Milchexperten des DBV über die Vor- und Nachteile der EU-Milchquotenregelung diskutieren. Nach Auffassung vieler Milcherzeuger habe die EU-Quotenregelung ihr Ziel, die Milchpreise langfristig zu stabilisieren, nicht erreicht. Andere äußerten die Befürchtung, dass bei einem Wegfall der Quotierung die Milchproduktion stark ausgeweitet würde mit Folgen für die Milchpreise. Die zahlreichen Facetten, die bei der Diskussion um die Milchquote immer wieder vorgetragen werden, spiegeln nach Aussage des DBV auch die unterschiedlichen betriebsindividuellen Interessen der Beteiligten wider. Daher sei es umso wichtiger, in einer intensiven Diskussion mit den Milcherzeugern eine umsichtige und verantwortungsvolle Entscheidung herbeizuführen, erklärte der DBV.

Durch die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik im Jahre 2003 hat die Politik das Ende der Milchquotenregelung für den 31. März 2015 festgelegt. Durch den weiteren Abbau der Marktordnungsinstrumente (Exporterstattungen, interne Beihilfen, Intervention) leitet die EU-Kommission bereits jetzt den „Gleitflug“ aus der Milchquotenregelung ein. Die jüngsten Äußerungen von EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel lassen erkennen, dass die EU-Kommission im Health-Check 2008 das Ende der Quotenregelung im Jahre 2015 sieht. Auch Bundesminister Horst Seehofer geht offenkundig davon aus, dass es keine qualifizierte Mehrheit in der EU für eine Verlängerung der Quotenregelung geben wird. Der DBV bekräftigte, dass bereits jetzt Begleitmaßnahmen zu entwickeln sind, um den notwendigen Anpassungsprozess effektiv zu begleiten.

Dazu gehöre unter anderem, dass eine weitere Quotenerhöhung oder das Absenken der Superabgabe auf absehbare Zeit unterbleibe. Durch solche Maßnahmen würden bei entsprechender Marktlage nur die Erzeugererlöse unter Druck geraten. Außerdem sei bis zum Jahr 2015 der Direktausgleich in vollem Umfange beim Milcherzeuger zu belassen. Für die nötigen Anpassungsprozesse müssten Modulationsmittel zur Verfügung gestellt werden. Wie der DBV betonte, seien zusätzliche Maßnahmen zur Erhaltung der Milchproduktion in besonderen Gebieten dringend nötig. Ferner seien, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, bürokratische Hemmnisse, Bauauflagen, Cross-Compliance und das EU-Hygienepaket zu überprüfen und abzubauen. Außerdem müssten die sich bietenden Chancen durch eine von der Bundesregierung zu begleitende Exportoffensive auf den Märkten Osteuropas, Russlands und Chinas genutzt werden. Ebenfalls unvermeidbar sei die Weiterentwicklung der Molkereistruktur, damit eine höhere Wertschöpfung auch bei einem konzentrierten Lebensmitteleinzelhandel erreicht werden kann. Dazu müsse das Verbot des Verkaufs unter Einstandspreis zeitnah umgesetzt werden, unterstrich der DBV.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft Dr. Michael Lohse, Pressesprecher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin Telefon: (030) 31904-0, Telefax: (030) 31904-205

(sk)

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