Fahrrad-Monitor 2025: Fahrradnutzung wächst, Sicherheitsgefühl sinkt
(Berlin) - Gestern hat das Bundesverkehrsministerium den „Fahrrad-Monitor 2025“ veröffentlicht. Die im Zweijahresrhythmus durchgeführte Studie zeigt Trends der Fahrradnutzung in Deutschland. Die aktuellen Zahlen zeigen: Fahrrad und Pedelec spielen eine immer wichtigere Rolle für die Alltagsmobilität der Bevölkerung. Allerdings verschlechtert sich das Sicherheitsgefühl beim Radfahren im schnellen Autoverkehr. Der weltgrößte Fahrradclub ADFC fordert den schnelleren Ausbau eigenständiger Radwegenetze.
ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann sagte: „Deutschland ist kein sicheres Fahrradland, weder subjektiv noch objektiv. Anfang der Woche hat der Bericht des Europäischen Verkehrssicherheitsrates darauf aufmerksam gemacht, dass bei uns - entgegen dem europäischen Trend - immer mehr Radfahrerinnen und Radfahrer getötet werden. Das Unsicherheitsgefühl kommt natürlich auch bei den Menschen an, wie der Fahrrad-Monitor jetzt zeigt. Besonders Frauen und ältere Menschen fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. Das muss ein Bundesverkehrsministerium beunruhigen, das sich mit dem Nationalen Radverkehrsplan vorgenommen hat, den Radverkehr attraktiver und sicherer für alle zu machen.“
Zentrale Ergebnisse des Fahrrad-Monitors 2025
• Der Anteil der täglichen Nutzerinnen und Nutzer von Fahrrad oder Pedelec ist gestiegen - von 38 auf 39%
• Am häufigsten wird das Rad zum Einkaufen, für Erledigungen und Besuche genutzt
• 22% der berufstätigen Radfahrer nutzen das Fahrrad annähernd täglich auf dem Weg zur Arbeit, bei den Auszubildenden sind es 33%
• Jeder sechste Radfahrende (16%) nimmt das Fahrrad mit in die Bahn, jeder fünfte (21%) stellt es am Bahnhof oder der Haltestelle ab
• Die Hälfte (52%) der Befragten hat Sorge, dass ihr Fahrrad gestohlen werden könnte
• Das Sicherheitsgefühl beim Radfahren ist gesunken (von 63 auf 60%) – Frauen fühlen sich besonders unsicher und das Unsicherheitsgefühl beider Geschlechter steigt mit dem Alter an
• Für die Unsicherheit von Radfahrenden sorgen vor allem rücksichtslose Autofahrende (60%), zu viel Verkehr auf den Straßen (48%) und zu hohe Kfz-Geschwindigkeiten (47%).
Beschleunigter Ausbau von eigenständigen Radwegenetzen gefordert
Studien belegen, dass mangelhafte Radwegeinfrastruktur – fehlende Trennung vom Autoverkehr, fehlende Breite, Lückenhaftigkeit, schlechte Oberflächen – maßgeblich zu Stress und Gefahren auf dem Rad beitragen. Trotz Förderprogrammen des Bundes gibt es bei der Qualität und Sicherheit der Radwege in den meisten Städten und Gemeinden weiterhin erhebliche Defizite. Lodemann: „Die Menschen wollen vermehrt Radfahren – aber dafür brauchen sie auch gute Radwege.“
Konkret fordert der ADFC zur Verbesserung der Situation für Radfahrende:
• Beschleunigter Ausbau von eigenständigen Radwegenetzen in Stadt und Land
• Tempo 30 als Standard innerorts, Tempo 50 als Ausnahme
• Beschleunigter Umbau gefährlicher Kreuzungen
• Kampagnen zum Mindestüberholabstand (1,5 Meter innerorts / 2 Meter außerorts) und gegen gefährliches Falschparken auf Radwegen
Um diese Ziele zu erreichen, fordert der ADFC einen Bund-Länder-Vertrag, einen Plan für ein Alltags-Radnetz Deutschland, fahrradfreundliche technische Regelwerke und eine nachhaltige Finanzierung des Bundes für den Radwegebau. Lodemann: „Wichtig ist auch die Fortführung des Bundesprogramms zum Fahrradparken an Bahnhöfen. Die Menschen sorgen sich zu Recht, dass ihr Fahrrad oder Pedelec geklaut wird, wenn es keine sicheren Abstellmöglichkeiten gibt.“
Quelle und Kontaktadresse:
ADFC e.V. - Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club - Bundesgeschäftsstelle, Stephanie Krone, Pressesprecher(in), Zimmerstr. 26-27, 10969 Berlin, Telefon: 030 20914980
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