Pressemitteilung | Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI)

Fakten schlagen Theorie: Gesundheitsreform gefährdet Pharmaunternehmen in Deutschland

(Berlin) - Als kaltherzig, beinahe zynisch hat BPI-Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp Äußerungen des Bremer Pharmakologen Professor Gerd Glaeske bezeichnet, wonach die pharmazeutischen Unternehmer ihrer „Verantwortung zur Stabilisierung der GKV nachkommen“ sollten, statt „Schreckensszenarien über den Verlust von Arbeitsplätzen zu verbreiten“. Fahrenkamp: „Offensichtlich lässt Herrn Glaeske das Schicksal vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kalt, die ihre Stelle verlieren werden. Es geht hier nicht um theoretische Szenarien sondern um die realen Auswirkungen einer Gesundheitspolitik, zu deren Stichwortgebern Herr Glaeske zählt.“

Überdies habe gerade die Pharmaindustrie mit einem breit gestreuten Arzneimittelsortiment und den preisgünstigen verschreibungsfreien Arzneimitteln einen erheblichen Sparbeitrag geleistet, betonte der BPI-Hauptgeschäftsführer. Denn verschreibungsfreie Arzneimittel sind im Durchschnitt nur ein Drittel so teuer wie verschreibungspflichtige Arzneimittel. „Wenn jetzt diese verschreibungsfreien Arzneimittel ab 1. April 2004 nicht mehr von der GKV erstattet werden und stattdessen auf im Schnitt teurere verschreibungspflichtige Arzneimittel ausgewichen wird, hat die Politik dies zu verantworten. Unsere Devise lautete immer: Mit Arzneimitteln sparen statt an Arzneimitteln zu sparen“, erklärte Fahrenkamp.

Neben vielen anderen Maßnahmen, mit denen die pharmazeutische Industrie seit Jahren von Staats wegen zur Kasse gebeten werde, komme jetzt noch die Erhöhung des Zwangsrabatts auf 16 Prozent. „Wie deutsche Pharmaunternehmen, die in der Regel Renditen im einstelligen Bereich erzielen, eine derart hohe Abgabe verkraften sollen, konnte mir noch niemand erklären“, so der BPI-Hauptgeschäftsführer.

Der BPI hatte in der vergangenen Woche eine Studie über die aktuelle Situation der pharmazeutischen Industrie in Deutschland vorgestellt. Dabei hatten 80 Prozent der an befragten Unternehmen erklärt, sie erwarteten ein großflächiges Sterben des pharmazeutischen Mittelstandes Deutschland. 54 Prozent der Firmen gaben an, sich durch die Gesundheitsreform direkt in ihrer Existenz gefährdet zu sehen.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. , HGSt (BPI) Robert-Koch-Platz 4, 10115 Berlin Telefon: 030/279090, Telefax: 030/2790361

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