Pressemitteilung | Deutscher Familienverband e.V. (DFV)
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Familienverband warnt vor Kahlschlag beim Elterngeld

(Berlin) - Angesichts der Pläne der Bundesregierung, die Ausgaben für das Elterngeld drastisch zu kürzen, schlägt der Deutsche Familienverband (DFV) Alarm. In einer Zeit, in der Deutschland die niedrigste Geburtenrate seit 1946 verzeichnet, seien die vorgeschlagenen Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro ein verheerendes Zeichen an junge Paare und Familien.

Der DFV kritisiert zum heutigen Internationalen Tag der Familie die Kürzungspläne beim Elterngeld als Bruch des Koalitionsvertrages.
„Wer beim Elterngeld den Rotstift ansetzt, verschenkt die Zukunft unseres Landes“, erklärt Petra Nicolaisen, Präsidentin des Deutschen Familienverbandes. „Paare, die heute über die Gründung einer Familie nachdenken, brauchen Verlässlichkeit und keine Hiobsbotschaften. Die Pläne, das Elterngeld zu kürzen, sind ein fatales Signal und konterkarieren jegliche Bemühungen, den demografischen Abwärtstrend zu stoppen.“
Kaufkraftverlust: Das Elterngeld auf dem Stand von 2007

Besonders kritisch bewertet der Verband, dass das Elterngeld seit seiner Einführung im Jahr 2007 – also seit fast zwei Jahrzehnten – weder beim Mindestsatz (300 Euro) noch beim Maximalsatz (1.800 Euro) jemals erhöht wurde. Während Löhne und Lebenshaltungskosten massiv gestiegen sind, blieb die Leistung für junge Eltern eingefroren.

Eine aktuelle Berechnung des DFV verdeutlicht den dramatischen Kaufkraftverlust seit 2007 aufgrund der kumulierten Inflation (ca. 46 %):
• Minimalsatz (300 Euro): Die Kaufkraft ist auf real nur noch 205 Euro geschrumpft. Um den Wert von 2007 zu erhalten, müsste der Satz heute bei mindestens 438 Euro liegen.

• Höchstsatz (1.800 Euro): Die Kaufkraft entspricht heute nur noch rund 1.232 Euro. Um das Niveau der Einführung beizubehalten, müsste der Höchstsatz auf etwa 2.630 Euro angehoben werden.

„Wenn die Politik das Ziel verfolgt, mehr Väter in Elternzeit zu bringen, müssen die Leistungen deutlich angehoben und nicht gekürzt werden“, so Nicolaisen. „Gerade für Väter, die oft die Hauptverdiener sind, ist der gedeckelte Höchstsatz seit Jahren ein finanzielles Hindernis. Aber auch der Mindestsatz trifft besonders Mütter hart, die in kurzem Abstand ein zweites Kind bekommen und durch die ausbleibende Anpassung in finanzielle Notlagen gedrängt werden.“

Der DFV weist zudem auf eine fiskalische Täuschung hin: Für das Jahr 2026 sind zwar 7,51 Milliarden Euro für das Elterngeld eingeplant, doch aufgrund der historisch niedrigen Geburtenrate wird die Anzahl der Empfänger voraussichtlich weiter sinken. Damit werden die veranschlagten Mittel ohnehin nicht in vollem Umfang abgerufen. „Die geplanten Einsparungen von 500 Millionen Euro sind durch den Geburtenrückgang de facto bereits eingetreten.

Erst Hoffnungen schüren durch geplante Elterngeldreformen, jetzt strukturelle Kürzungen planen. Das schafft politische Verunsicherung. Familien verdienen mehr Unterstützung, keine weiteren Einschnitte“, betont die DFV-Präsidentin abschließend.

Der Deutsche Familienverband fordert die Bundesregierung auf, von den Kürzungsplänen Abstand zu nehmen und stattdessen eine längst überfällige Dynamisierung des Elterngeldes einzuleiten.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Familienverband e.V. (DFV), Seelingstr. 58, 14059 Berlin, Telefon: 030 30882960

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