Ferienjob und Steuern: Das sollte man wissen
(Neustadt/Weinstraße) - In den meisten Bundesländern haben die Sommerferien bereits begonnen, die weiteren folgen: Für viele Schülerinnen und Schüler oder auch Studierende eine gute Gelegenheit, sich mit einem Ferienjob eigenes Geld zu verdienen. In einigen Fällen wird vom Verdienst aber Lohnsteuer abgezogen – wann das der Fall ist und wie die vom Arbeitgeber einbehaltene Lohnsteuer vom Finanzamt wieder zurückgeholt werden kann, erläutert der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH).
Auch Ferienjobs sind grundsätzlich steuerpflichtig
Zigtausend junge Leute treten im Sommer einen Ferienjob an, laut einer etwas älteren Statistik von 2023 alleine 350.000 zwischen 15 und 18 Jahren. Dazu kommen zahlreiche Studierende. Grundsätzlich dürfen volljährige Schülerinnen, Schüler und Studierende bis zu drei Monate (70 Arbeitstage) pro Jahr in Vollzeit arbeiten, ohne dass die Tätigkeit sozialversicherungspflichtig wird. Das gilt dann als kurzfristige Beschäftigung. Wer zwischen 15 und 18 Jahren alt ist, darf während der Ferien ganztags arbeiten, jedoch höchstens für vier Wochen im Jahr (20 Arbeitstage). Schülerinnen und Schülern zwischen 13 und 15 Jahren ist es mit Zustimmung der Eltern erlaubt, für maximal zwei Stunden am Tag einer leichten Tätigkeit nachzugehen.
Unabhängig vom Alter gilt: Wer Einkommen erzielt, ist in Deutschland grundsätzlich steuerpflichtig. Auch wenn sie oder er noch Schüler oder Student beziehungsweise Studentin ist. Steuerpflichtig zu sein, heißt aber nicht, dass man automatisch Steuern bezahlen muss. Denn hier kommt der Grundfreibetrag ins Spiel: Im Jahr 2026 liegt dieser bei 12.348 Euro, und erst für den darüber liegenden Teil des Einkommens werden Steuern fällig. Und dennoch werden vom Lohn für den Ferienjob nicht selten Steuern abgezogen – doch diese lassen sich mit einer Steuererklärung für das betreffende Jahr wieder zurückholen.
Eine Steuererklärung kann sich für Ferienjobber lohnen
Ein 19-jähriger Schüler, ledig und kinderlos, nutzt seine Sommerferien im Juli 2026, um sich mit einem Ferienjob Geld zu verdienen. Ab wann wird dabei Lohnsteuer fällig? Wie hoch fällt diese aus? Und was passiert, wenn er eine Steuererklärung abgibt?
Beispiel 1: Der Schüler verdient im Juli 1.000 Euro
• Lohnsteuerabzug: 0 Euro
• Auszahlungsbetrag: 1.000 Euro
• Steuererklärung: Lohnt sich nicht
Beispiel 2: Der Schüler verdient im Juli 1.500 Euro
• Lohnsteuerabzug: 11 Euro
• Auszahlungsbetrag: 1.489 Euro
• Steuererklärung: Lohnt sich, da 11 Euro zurückerstattet werden
Beispiel 3: Der Schüler verdient im Juli 3.000 Euro
• Lohnsteuerabzug: 310 Euro
• Auszahlungsbetrag: 2.690 Euro
• Steuererklärung: Sollte nicht versäumt werden, da 310 Euro zurückerstattet werden
Hinweis zur Berechnung: Der Schüler hat über den Ferienjob hinaus im Jahr 2026 keine weiteren Einkünfte. Da er 70 Tage im Jahr in Vollzeit arbeiten darf, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge fällig werden, gibt es hier keinen Abzug. Sollte eine Konfessionszugehörigkeit vorliegen, wird unter bestimmten Umständen auch noch Kirchensteuer abgezogen, die aber ebenfalls in der Steuererklärung geltend gemacht werden kann.
VLH-Tipp: Gerade bei Ferienjobs mit höherem Verdienst sollten Schülerinnen, Schüler und Studenten für das betreffende Kalenderjahr eine Steuererklärung abgeben. In vielen Fällen führt diese dazu, dass die einbehaltene Lohnsteuer vollständig zurückerstattet wird.
Quelle und Kontaktadresse:
Lohnsteuerhilfeverein / Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH), Steffen Gall, Pressesprecher(in), Fritz-Voigt-Str. 13, 67433 Neustadt an der Weinstraße, Telefon: 06321 49010
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

