Pressemitteilung | Deutscher Bauernverband e.V. (DBV)
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Folgart: Positive Marktlage für Trendwende bei den Erzeugerpreisen nutzen / DBV-Milchpräsident auf dem 13. ZMP-Milchforum

(Berlin) - „Die EU-Agrarpolitik wird sich mehr und mehr aus der Regulierung der Märkte zurückziehen und neben den Direktzahlungen nur noch ein gewisses Sicherheitsnetz für die Preisfindung am Markt bereitstellen. Darauf werden sich die europäischen und deutschen Milcherzeuger einstellen.“ Dies sagte der Milchpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Folgart, auf dem 13. Milchforum der Zentralen Markt und Preisberichtstelle (ZMP) am 9. März 2007 in Berlin. Folgart verwies auf die aktuell positive Marktentwicklung bei sehr vielen Milcherzeugnissen. Die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten wachse schneller als das Angebot. Die Molkereiwirtschaft müsse den Landwirten jetzt zeigen, dass diese gute Marktentwicklung auch in höheren Milchpreisen für die Erzeuger ihren Niederschlag finde. Die anlaufende Verhandlungsrunde zwischen den Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel müsse für eine Trendwende am Milchmarkt genutzt werden, forderte Folgart.

In diesem Zusammenhang trat Folgart der Kritik aus Teilen der Ernährungswirtschaft entgegen, der Ausbau der Bioenergie gehe zu Lasten der Nahrungsmittelerzeugung. Die Ernährungswirtschaft habe es selbst in der Hand, durch ein gutes Miteinander mit den Landwirten ihre Rohstoffbasis zu sichern. Im Übrigen müsse sich die Ernährungsindustrie nicht nur in Deutschland, sondern weltweit auf einen massiven Ausbau der Bioenergie einstellen, so Folgart. Überhitzungen an den lokalen Pachtmärkten für landwirtschaftliche Flächen müssten aber vermieden werden.

Um die vorhandenen Marktpotenziale mittelfristig besser nutzen zu können, sei die Vermarktungsstruktur sowohl auf Ebene der Milcherzeuger als auch bei den Molkereien weiterzuentwickeln. „Insbesondere ist die Molkereistruktur kontinuierlich zu verbessern, damit eine höhere Wertschöpfung auch bei einem konzentrierten und internationalisierten Lebensmitteleinzelhandel erreicht werden kann“, so Folgart. Auch Zwischenschritte, wie verbesserte Kooperationen in Forschung, Materialeinkauf, Logistik, Auslastung und Vermarktung auf Molkereiebene, müssten unterstützt werden. Die Möglichkeiten im Export könnten durch eine stärkere Kooperation besser genutzt werden.

Der Deutsche Bauernverband und die Landesbauernverbände würden auch weiterhin jeden Versuch des Lebensmitteleinzelhandels anprangern, wertvolle Lebensmittel als Lockvogelangebote unter Einstandspreis zu verramschen, wie dies zuletzt mit Milchprodukten bei Penny und Netto geschehen sei. Der DBV setze hier auch auf die Zusage der Bundesregierung, das Kartellgesetz zu verschärfen.

Die EU müsse die angekündigte Verlässlichkeit der Milchpolitik bis 2014/15 und der GAP-Reform auch tatsächlich einhalten, forderte Folgart. Die aktuelle Debatte um eine mögliche Anhebung der Modulation müsse daher sofort beendet werden, denn diese gehe klar auch zu Lasten der Milcherzeuger. Folgart erinnerte an die Absichtserklärungen von Bund und Ländern aus dem Jahre 2003, die bestehenden Modulationsmittel gerade zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Milchproduktion einzusetzen, was nicht in allen Bundesländern konsequent umgesetzt wurde. Hierzu sind nach Aussage des DBV-Milchpräsidenten vor allem bestehenden Programme im Bereich der Agrar-Umweltförderung, der Ausgleichszulage sowie der einzelbetrieblichen Investitionsförderung geeignet. Die sich abzeichnende Entwicklung der EU-Milchpolitik hin zu mehr Markt sei unter Einbeziehung der Interessen der Milcherzeuger sehr behutsam zu gestalten und durch notwendige Begleitmaßnahmen abzufedern.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft Pressestelle Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin Telefon: (030) 31904-0, Telefax: (030) 31904-205

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