Fortsetzung der BDM-Bäuerinnenaktion von Anfang April: Milcherzeugerinnen fordern Milchkrisengipfel unter Leitung von Kanzlerin Merkel
(Berlin) - Schon im April hatten die Milcherzeugerinnen, die an einer Übernachtungsaktion des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) vor den Staatskanzleien der Länder Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein teilgenommen hatten, angekündigt, dass sie diese Aktion auch in Berlin vor dem Bundeskanzleramt wiederholen würden, wenn ihre Forderung nach einem Milchkrisengipfel unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht erfüllt wird.
Nachdem auch der "Ernährungsgipfel" mit Bundesagrarministerin Ilse Aigner wie erwartet keinerlei Lösungen für die Probleme auf dem Milchmarkt gebracht hat, machen ab heute die Milcherzeugerinnen ihre Ankündigung wahr und werden in der Nähe des Bundeskanzleramts ihr Nachtlager aufschlagen. Aktuell befinden sich rund 200 Bäuerinnen vor dem Kanzleramt - unter dem Motto "Diese Milchpreise rauben uns den Schlaf und vernichten unsere Existenz" werden sie auch die ganze Nacht ausharren. In den nächsten Tagen werden weitere Bäuerinnen erwartet, die die Campierenden verstärken werden.
Die Milchpreise sind mittlerweile so niedrig, dass die Milcherzeuger nicht nur nichts mehr verdienen, sondern beim Melken jeden Tag Geld verlieren. Dies werden die Milcherzeuger nur dann überleben, wenn jetzt schnell die notwendigen Maßnahmen zur Reduzierung des Milchangebots ergriffen werden. Der BDM fordert deshalb die Bundeskanzlerin dringend auf, sich auf EU-Ebene in Absprache mit den anderen Regierungschefs für die Flexiblisierung der Quotenregelung einzusetzen. Die Angebotsmenge muss dringend flexibel an die Nachfrage angepasst werden, damit sich auf dem Markt ein kostendeckender Milchpreis für die Milcherzeuger bilden kann.
Von einer "Strukturbereinigung" kann längst keine Rede mehr sein, wenn nicht nur vermeintlich "unrentable" Betriebe aufgeben müssen, sondern eine ganze Branche vernichtet wird. Gerade auch die großen Wachstumsbetriebe, die sich stark spezialisiert und viel investiert haben, stehen vor dem Aus.
Da nicht nur die Milcherzeuger, sondern auch die vor- und nachgelagerten Branchen, die neben den Milcherzeugern für Wertschöpfung in den Regionen sorgen, vom Niedergang der Milcherzeugung betroffen sind, stehen tausende Arbeitsplätze im ländlichen Raum auf dem Spiel.
Die gesamtgesellschaftliche Dimension der Milchkrise erfordert dringend ein Eingreifen der Bundeskanzlerin - über agrarressortspezifische Ansätze hinaus.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. (BDM)
Pressestelle
Gutenbergstr. 7-9, 85354 Freising
Telefon: (08161) 5384730, Telefax: (08161) 53847350
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