Forum auf der transport logistic: Ein Jahr Masterplan Güterverkehr und Logistik / Wirtschaftskrise bremst Verkehrswachstum nur kurz
(Berlin / München) - "Der vorübergehende Rückgang des Güterverkehrs aufgrund der Wirtschaftskrise ändert nichts daran, dass der Masterplan Güterverkehr und Logistik weiterhin auf Wachstum ausgerichtet sein muss.", erklärte Dr. Jörg Mosolf, Präsidiumsmitglied im Deutschen Verkehrsforum, während des Fachforums auf Europas größter Logistikmesse "transport logistic".
Für Mosolf ergeben sich damit konkrete Forderungen an die Bundesregie-rung. Der durch die Konjunkturpakete aufgestockte Verkehrshaushalt von rund 12 Milliarden Euro jährlich muss auf diesem Niveau dauerhaft erhalten bleiben. "Vor allem müssen jetzt diejenigen Maßnahmen des Masterplans vorrangig umgesetzt werden, die den größten Nutzen für die deutschen Unternehmen und den Logistikstandort Deutschland bringen. Das sind zum Beispiel Investitionen in Engpässe und Knoten der Verkehrsinfrastruktur." Außerdem dürfe die Logistikindustrie nicht zusätzlichen finanziellen Belastungen ausgesetzt werden, so Mosolf weiter.
Wolfgang Hahn, Leiter Grundsatzabteilung im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: "Zehn Monate nach Verabschiedung des Masterplan Güterverkehr und Logistik durch die Bundesregierung hat sich das Bewusstsein in Politik und Gesellschaft für dieses Thema geschärft. Der Masterplan Güterverkehr und Logistik hat den Boden dafür bereitet, dass massive Finanzmittel der beiden Konjunkturpakete für Infrastruktur und Güterverkehr zugute kommen."
Detthold Aden; Präsidiumsmitglied Deutsches Verkehrsforum und Vorsitzender des Vorstandes BLG Logistics Group AG & Co. KG: "Deutschland ist die Logistikdrehscheibe Europas. Dafür sind leistungsfähige Seehäfen und Verkehrswege unverzichtbar. Der Masterplan Güterverkehr und Logistik bietet erstmals eine solide Basis zur Weiterentwicklung des Logistikstandortes Deutschland. Die Logistik-branche hat trotz der gegenwärtigen Krise dauerhaft ein erhebliches Entwicklungs- und Wachstumspotenzial. Der Masterplan ist langfristig angelegt. Deshalb ist die konsequente Fortführung einschließlich der Vermarktung LCG auch über die jetzige Legislaturperiode hinaus von großer Bedeutung."
Eckart Fricke, Vorstand Produktion Einzelwagenverkehr, DB Schenker Rail AG:" Der Masterplan rückt die Belange der Logistik stärker in den Fokus der politischen Diskussion und setzt die richtigen Akzente hinsicht-lich der Nachhaltigkeit von Güterverkehr & Logistik in ökonomischer, öko-logischer und sozialer Hinsicht. Es gilt, diesen Ansatz auch in der kommenden Legislaturperiode unter Berücksichtigung der aktuellen Wirtschaftslage zu verstetigen, im Dialog mit der Wirtschaft weiter auszubauen sowie auf europäischer Ebene zu verankern."
Dr. Dieter Lindenblatt, Leiter Verkehrswirtschaft, ThyssenKrupp Steel AG: "Der bedarfsgerechte Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und ein dauerhaft tragfähiges Finanzierungssystem sind die Ecksteine für den Masterplan. Angesichts der zunehmenden Finanzverschuldung kommt es darauf an, die richtigen Prioritäten zu setzen. Die im Masterplan vorhandenen Ansätze zur Verkehrslenkung sehe ich kritisch. Wir laufen Gefahr den Verkehr zu verteuern und die Wettbewerbsfähigkeit der deut-schen Wirtschaft zu schwächen."
Dr. Jasper zu Putlitz, Partner, McKinsey & Company, Inc.: "Der Masterplan ist grundsätzlich eine sehr gute Basis für das konzertierte Handlen aller Beteiligten u.a. Transportunternehmen und Politik. Doch von den 35 Maßnahmen liegen heute nur wenige wirklich im Plan. Hauptsächlich wird die Umsetzung behindert durch unklare Verantwortlichkeiten, das Fehlen eines konkreten Zeit- und Finanzierungsplans sowie einer stringenten Budgetierung. Hier muss unbedingt nachgebessert werden. Künftig sollte ich sich der Masterplan zunächst auf 3 Schwerpunkte konzentrieren: 1. die gezielte Engpassbeseitigung auf Schiene und Straße, 2. der stärkere Fokus auf emissionsärmeren Verkehr (CO 2 und Lärm) und die 3. die transparente Finanzierung."
Quelle und Kontaktadresse:
Deutsches Verkehrsforum e.V.
Ingrid Kudirka, Leiterin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klingelhöferstr. 7, 10785 Berlin
Telefon: (030) 2639540, Telefax: (030) 26395422
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