Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
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Frühe und individuelle Förderung nicht ohne zusätzliche Stellen / BLLV zweifelt Zahlen über rückläufige Schülerzahlen an

(München) - Eine Reihe der pädagogischen schulpolitischen Ankündigungen von Kultusminister Siegfried Schneider bei seiner heutigen (20. Februar 2006) Pressekonferenz weisen nach Auffassung des Präsidenten des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Albin Dannhäuser, in die richtige Richtung. So ist es vorrangig, dass Kindergartenkinder und Schüler möglichst früh und individuell gefördert werden müssen und dass für Haupt- und Realschüler durch die Berufsoberschule ein alternativer Hochschulzugang angeboten wird.

Das neu vorgestellte Hauptschulprogramm "GUSS - Guter Start zum Schulerfolg", das Schülern den Übergang von der Grundschule in die fünfte Klasse Hauptschule erleichtern und ihr Selbstwertgefühl steigern soll, wird vom BLLV ausdrücklich begrüßt. Diese Anregung hatte der BLLV in seinem Konzept "Zweite Stufe der Hauptschulreform" eingebracht. Ein solcher Ansatz muss jedoch auch von der Wirtschaft überzeugend begleitet werden. Ohne angemessenes Angebot an Ausbildungsstellen können pädagogische Programme nicht überzeugen.

Dannhäuser: "So dringlich und wertvoll die angekündigten Förderprogramme sind, so wenig können sie ausschließlich aus dem vorhandenen Stunden- und Personalpotential umgesetzt werden." Da die Personalversorgung bereits jetzt auf Kante genäht ist, ist es nicht realistisch, noch weitere notwendige und pädagogisch wünschenswerte Aufgaben zusätzlich zu stemmen.

Große Zweifel hegt der BLLV daran, dass die Zahl der Schüler/innen an Grund- Haupt- und Förderschulen tatsächlich in dem von Kultusministerium unterstellten Maße zurückgeht, so dass an diesen Schularten 735 Lehrerstellen frei würden. Nach Berechnungen des BLLV geht die Schülerzahl an Grund- und Hauptschulen nicht um 15.000 zurück, sondern lediglich um etwa 6000, wenn die Schülerströme nach der vierten Grundschulklasse im Wesentlichen konstant bleiben. Rein arithmetisch entspräche dies 300 Lehrerstellen. "Aber auch diese würden dringend für die individuelle Förderung gebraucht".

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Andrea Schwarz, Pressereferentin Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 7210010, Telefax: (089) 7250324

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