Frühjahrstreffen: Busmittelstand im Zeichen von Energiekrise und Transformation
(Berlin) - Über 330 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Branche kamen zum traditionellen bdo-Frühjahrstreffen zusammen. Überschattet wurde der Vorabend der wichtigsten deutschen Zukunftsbusmesse von den hohen Kraftstoffpreise und deren Auswirkungen auf den Busmittelstand. Die jüngsten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung wurden als erster wichtiger Schritt begrüßt – zugleich mahnt die Branche weitere strukturelle Maßnahmen für mehr Planungssicherheit an. Dazu zählen neben einer dauerhaften Entlastung bei Energieabgaben auch die gezielte Förderung alternativ angetriebener Fahrzeuge. Beim Automatisierten Fahren wurden Chancen betont, zugleich aber eine fehlende nationale Strategie kritisiert.
Am Vorabend der BUS2BUS hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) e. V. zu seinem traditionellen Parlamentarischen Frühjahrstreffen eingeladen. Über 330 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Branche folgten der Einladung – so viele wie noch nie. Die hohe Resonanz zeigt auch: Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist der enge Austausch wichtiger denn je.
Ein wichtiger Programmpunkt des Parlamentarischen Abends war die Podiumsdiskussion „BUS2BUS No. 5: Der Bus im Zeichen des Wandels?“ mit Henning Rehbaum (CDU), Stefan Zierke (SPD) und Stefan Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen). Wenig überraschend war hier die dramatische Entwicklung der Kraftstoffpreise ein zentrales Thema. Einigkeit bestand unter den Podiumsteilnehmern darüber, dass die hohen Preise eine erhebliche Belastung für die zahlreichen mittelständischen Busunternehmen darstellen. Zugleich wurde deutlich: Ziel muss es sein, die Mobilität in Deutschland weiterhin zuverlässig aufrechtzuerhalten.
bdo-Präsident Karl Hülsmann betonte: „Die anhaltend hohen und zugleich stark schwankenden Kraftstoffpreise setzen die Busbranche massiv unter Druck. Die von der Bundesregierung beschlossene Senkung der Energiesteuer ist ein erster wichtiger Schritt, um den akuten Kostendruck zu mindern. Klar ist aber auch: Kurzfristige Maßnahmen allein reichen nicht aus. Unsere Unternehmen brauchen verlässliche und planbare Rahmenbedingungen. Dazu gehören eine dauerhafte Entlastung bei Energieabgaben, faire steuerliche Wettbewerbsbedingungen – insbesondere bei der Mehrwertsteuer im Busverkehr. Nur so können wir die Mobilität in unserem Land langfristig sichern.“
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Zukunftsthema automatisiertes Fahren. In der Diskussion wurde deutlich: Automatisiertes Fahren bietet immense Chancen für die Branche. Insbesondere für den ländlichen Raum eröffnen sich neue Möglichkeiten für flexible und bedarfsgerechte Mobilitätsangebote. Gleichzeitig kann die Technologie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des Fachkräftemangels leisten und Effizienzpotenziale heben.
Hülsmann machte jedoch auch klar, dass es bislang an einer übergeordneten politischen Strategie fehlt: „Beim autonomen Fahren fehlt bis heute eine klare, bundesweite Linie. Zwar gibt es zahlreiche Pilotprojekte, doch es mangelt an einem Übergang in einen flächendeckenden Regelbetrieb. Gleichzeitig stehen wir vor dem Markteintritt internationaler Anbieter, ohne dass hierfür ein klarer regulatorischer Rahmen existiert.“
Der bdo sieht in der nationalen Umsetzung des automatisierten Fahrens eine wegweisende Herausforderung aller relevanten Akteure aus Politik in Bund und Ländern, den Aufgabenträgern und Unternehmen. Sonst läuft man Gefahr, bestehende Strukturen im ÖPNV zu zerstören und den Markt den Tech-Firmen aus den USA oder China zu überlassen. "Unsere Mitglieder stellen 50 Prozent aller Busse in Deutschland auf die Straße. Gerade in ländlichen Räumen, wo der Busmittelstand in großem Umfang den öffentlichen Verkehr sicherstellt, bietet das autonome Fahren erhebliche Chancen. Wir sind bereit, aktiv die Zukunft mitzugestalten. Ohne den Busmittelstand wird die Transformation nicht gelingen. Wir brauchen eine nationale Strategie unter Einbeziehung aller Akteure aber auch den Mut und das Engagement der Bundesregierung, den Erhalt bestehender Unternehmensstrukturen in diesem Prozess sicher zu stellen.“, so Hülsmann.
Was an dem Abend auch deutlich wurde: Die Vorfreude auf die BUS2BUS war groß; das Interesse der Unternehmen an den Zukunftssthemen erheblich. Ein spannender Auftakt zur BUS2BUS 2026.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V. (bdo), Luca Roggenkamp, Referent(in) Politik und Öffentlichkeitsarbeit, Reinhardtstr. 25, 10117 Berlin, Telefon: 030 24089-300
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