Pressemitteilung | Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
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Für den Vogel des Jahres beginnt die Balz

(Berlin) – Noch lebt er in „Ketten“ auf kahlen Feldern, doch schon im Februar geht der Vogel des Jahres 2026 auf Brautschau. Das Jahr des Rebhuhns startet. Die schützenden Familienverbände, „Ketten“ genannt, lösen sich auf. Die Balz findet in der Dämmerung statt, damit Greifvögel nicht so leicht zuschnappen können. In den frühen Morgen- oder späten Abendstunden lassen die Rebhähne ihren Revierruf hören, ein raues „kirräck“. Rebhuhnpaare, die sich oft ein Leben lang treu bleiben, legen zunächst eine längere Kennenlernphase ein, erst im Mai folgt die Paarung. Kurz danach legt die Rebhenne Eier – bis zu 20 können es werden. Sie braucht darum mehrere Wochen, bis das Gelege komplett ist. 24 bis 25 Tage wird dann in dichter Vegetation gebrütet – immer auf der Hut vor dem Fuchs.

„Über jede erfolgreiche Brut muss man froh sein, denn mit dem Rebhuhn wurde eine stark gefährdete Art zum Vogel des Jahres gewählt“, sagt NABU-Vogelschutzexpertin Dr. Ute Eggers. Nicht immer war der etwa taubengroße Hühnervogel mit dem orange-braun gefärbtem Gesicht so bedroht. Noch vor wenigen Jahrzehnten war das Rebhuhn ein häufig zu beobachtender Kulturfolger, doch seit den 1980er Jahren brach der europäische Bestand um 91 Prozent ein. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich die intensive Landwirtschaft. Felder wurden stark ausgeweitet, Feldraine und Büsche verschwanden, dazu kommt ein hoher Pestizideinsatz. In dieser ausgeräumten Agrarlandschaft findet das Rebhuhn zu wenig Nistplätze und kaum Nahrung. Wegen des starken Rückgangs kürte der NABU das Rebhuhn bereits 1991 zum Vogel des Jahres.

Eggers: „Helfen könnte dem Rebhuhn eine strukturreichere Landschaft statt einer Agrarsteppe, wie sie vielerorts zu finden ist.“ Die EU hat im vergangenen Jahr eine Vorgabe zurückgenommen, die die Landwirtschaft verpflichtet hatte, mindestens vier Prozent der Ackerfläche brach liegen zu lassen. „Es muss dringend mehr Lebensraum durch Brach- und Blühflächen und auch durch Gehölze in der Agrarlandschaft geschaffen werden. Dazu müssen vorhandene Förderprogramme ausgebaut und ergänzende geschaffen werden”, fordert Eggers. „Nur so gibt es eine Chance, dass der Rebhuhnbestand sich wieder erholen oder zumindest stabilisieren kann.“

Dazu kann auch jeder und jede selbst etwas tun, damit es dem Jahresvogel 2026 wieder etwas besser geht. Ute Eggers: „Wer Bio-Produkte kauft, unterstützt eine naturverträglichere Landwirtschaft mit weniger Pestizideinsatz. Davon profitieren das Rebhuhn und andere Feldvögel.“ Ab Februar gibt es die Möglichkeit, sich bei den Rebhuhn-Zählungen des Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) zu beteiligen. Der Verein ruft bundesweit dazu auf, die eigene Umgebung auf Rebhuhn-Vorkommen abzusuchen und diese Daten zentral zu melden. So soll die Entwicklung der gefährdeten Art besser im Blick behalten werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Roland Panter, Referent(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Charitéstr. 3, 10117 Berlin, Telefon: 030 284 984-0

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