Pressemitteilung | Sozialverband VdK - Landesverband Hessen-Thüringen e.V.
Anzeige

Für Teilhabe und Selbstbestimmung

(Frankfurt am Main) - Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai fordert der VdK Hessen-Thüringen mehr Anstrengungen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, der stets am 5. Mai. begangen wird, steht dieses Jahr unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“. Diese Parole soll darauf hinweisen, dass die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention weiter vorangebracht werden muss und nicht zurückgefahren werden darf. Denn auch 17 Jahre nach Inkrafttreten der Konvention in Deutschland besteht zwischen ihren Vorgaben und der Realität immer noch eine große Kluft, hindern viele räumliche und soziale Barrieren Menschen mit Behinderungen an echter, uneingeschränkter Teilhabe.

„Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass alle Menschen die gleichen Chancen erhalten, selbstständig am sozialen Leben teilzuhaben und ihre Fähigkeiten zu zeigen und zu entfalten“, sagt der VdK-Landesvorsitzende Paul Weimann. „Inklusion ist keine Nebensache, sondern ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft und ein zentrales Anliegen unseres Verbands.“

Das zeigt sich aus Sicht des VdK besonders deutlich im Zusammenhang mit der Barrierefreiheit. „Sozialräume ohne Hindernisse, in der realen wie in der digitalen Welt, bieten nicht nur Menschen mit Behinderungen die nötigen Voraussetzungen für mehr Teilhabe, sondern sind eine Erleichterung für alle“, sagt Paul Weimann. „So zum Beispiel auch für die steigende Zahl älterer Menschen mit kleineren Gebrechen, die keinen Grad der Behinderung haben.“

Deswegen verlangt der VdK Hessen-Thüringen verstärkte Anstrengungen bei der Herstellung von Barrierefreiheit, so etwa beim Wohnungsbau. Angesichts des von Experten prognostizierten Bedarfs von rund drei Millionen zusätzlichen barrierefreien Wohnungen in Deutschland bis 2035 fordert der Verband, Barrierefreiheit als baurechtlichen Standard für alle Neubauten zu verankern.

„Auch im Gesundheitswesen sind wir noch ein ganzes Stück von Barrierefreiheit entfernt“, bemängelt Paul Weimann. Nach dem jüngsten Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen sind rund 79 Prozent der Arztpraxen für Rollstuhlnutzer nicht zugänglich, fast 90 Prozent erfüllen entsprechende Kriterien wie etwa höhenverstellbare Untersuchungsmöbel oder barrierefreie Sanitäranlagen nicht. „Um die Beseitigung von Barrieren voranzutreiben, sollte die Förderung barrierefreier Arztpraxen auf kommunaler sowie auf Landesebene deutlich ausgebaut und in Hessen und Thüringen flächendeckend ausgeweitet werden“, betont der VdK-Landesvorsitzende.

Quelle und Kontaktadresse:
Sozialverband VdK - Landesverband Hessen-Thüringen e.V., Gärtnerweg 3, 60322 Frankfurt am Main, Telefon: 069 7140020

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige