GAP kann nicht auch noch Wiederherstellungsziele schultern
(Berlin) - Nach Vorstellungen zweier Beratungsgremien des Bundeslandwirtschaftsministeriums soll die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) künftig stärker zur Finanzierung und Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) genutzt werden. Die Familienbetriebe Land und Forst kritisieren scharf, dass zusätzliche Wiederherstellungsziele damit aus einem ohnehin unter Druck stehenden Agrarbudget finanziert werden sollen.
„Direktzahlungen sichern in Zeiten extremer Preis- und Kostenvolatilität die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit vieler Betriebe. Wenn Brüssel zusätzliche Wiederherstellungsziele vorgibt, dann muss dafür auch zusätzliches Geld bereitgestellt werden“, erklärt Max von Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst. „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.“
In der öffentlichen Debatte werden Zuwendungen aus der GAP häufig als Subvention dargestellt. Diese Sicht greift jedoch zu kurz. Tatsächlich erfüllen sie eine zentrale Funktion: „Direktzahlungen gleichen Kosten aus, die europäischen Betrieben durch höhere Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards entstehen und sind kein Geschenk an die Landwirtschaft, so Elverfeldt weiter.“
Schon heute steht die GAP massiv unter Druck. Neben Umwelt- und Klimaleistungen soll sie Versorgungssicherheit gewährleisten, Einkommen stabilisieren und die Entwicklung ländlicher Räume sichern. Gleichzeitig stehen erhebliche Kürzungen des EU-Agrarbudgets im Raum.
„Wer der GAP immer neue Aufgaben auflädt, gefährdet ihre eigentliche Funktion als Stabilitätsanker für die europäische Landwirtschaft. Die Betriebe kämpfen bereits heute mit volatilen Märkten, steigenden Kosten und wachsender Bürokratie“, so Elverfeldt weiter.
Hintergrund der Kritik ist die Empfehlung des Wissenschaftlichen Beirat für Biodiversität und des Sachverständigenrats für Umweltfragen, bestehende GAP-Mittel nach 2027 zur Finanzierung der EU-Wiederherstellungsverordnung zu nutzen.
Quelle und Kontaktadresse:
Familienbetriebe Land und Forst e.V. (FaBLF), Franziska Strasoldo-Graffemberg, Leiter(in) Kommunikation, Claire-Walldoff-Str. 7, 10117 Berlin, Telefon: 030 2463046-0
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