Pressemitteilung | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V. (DBfK)
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Generalistische Pflegeausbildung konsequent umsetzen

(Berlin) - Zur aktuellen Bundestagspetition „Erhalt des Wahlrechts nach § 59 Pflegeberufegesetz innerhalb der Pflegeausbildung“ positioniert sich der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) mit einer klaren Einordnung: Die in der Petition benannten Herausforderungen – insbesondere der Personalmangel und die besonderen Anforderungen an die Kinderkrankenpflege – sind zwar real, sie lassen sich aber nicht lösen, indem man die generalistische Pflegeausbildung grundsätzlich in Frage stellt.

Die Petition fordert, das Wahlrecht für Auszubildende, zwischen einem generalistischen Abschluss und einem spezialisierten Abschluss in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu wählen, dauerhaft zu erhalten.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) warnt jedoch davor, die Debatte auf „Generalistik ja oder nein“ zu verkürzen: „Wer die Generalistik jetzt grundsätzlich infrage stellt, gefährdet die Zukunft der Pflegeberufe in Deutschland“, betont DBfK-Präsidentin Vera Lux. Entscheidend sei, wie pädiatrische Kompetenz in Ausbildung, Berufseinstieg und Weiterqualifizierung systematisch gesichert und ausgebaut werden – und wie Arbeitsbedingungen gestaltet sind, damit Pflegefachpersonen in der Kinderkrankenpflege bleiben.

Die Reform der Pflegeausbildung sei ein wichtiger Schritt gewesen, um Pflegeberufe an die komplexen Versorgungsanforderungen anzupassen. Der generalistische Ansatz und die primärqualifizierende Hochschulausbildung machten den Beruf „für gesellschaftliche Herausforderungen und internationale Standards anschlussfähig“, so Lux weiter. Die EU fördert eine breitere und gleichzeitig höher angelegte Erstausbildung in der Pflege, die alle Elemente der Gesundheitsversorgung und alle Strukturen -(ambulant, stationär und nachstationär) umfasst. Das WHO-Konzept „General nurse“ dient als Leitfaden. Die Differenzierung in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege ist zudem international selten und behindert die Mobilität von Pflegefachpersonen.

Pädiatrische Spezialisierung ist auch über Generalistik möglich – wenn man sie konsequent gestaltet

Die generalistische Ausbildung bietet somit grundsätzlich eine solide Basis – auch für die pädiatrische Versorgung. Gleichzeitig braucht es dafür klare Strukturen. Der Vertiefungsschwerpunkt „pädiatrische Versorgung“ ermöglicht, große Teile der praktischen Ausbildung in pädiatrischen Settings zu absolvieren – das muss verlässlich und qualitativ hochwertig umgesetzt werden. Unterschiedliche Curricula und Praxisanteile führen zudem zu stark variierender Qualität. Vor diesem Hintergrund plädiert der DBfK für die Weiterentwicklung verbindlicher Standards und eine stärkere Kooperation zwischen Pflegeschulen und pädiatrischen Einrichtungen.

Zudem sei gerade in der Pädiatrie die Ausbildung kein Endpunkt. „Kompetenz entwickelt sich prozesshaft – dafür braucht es systematische Einarbeitung, Mentoring und qualifizierte Praxisanleitung“, betont Vera Lux, „die innere Berufsdifferenzierung erfolgt durch Spezialisierung in Fort- und Weiterbildung bis hin zum Erwerb akademischer Grade. Zum Vergleich: Nicht von ungefähr absolvieren auch Ärzt:innen ein generalistisches Medizinstudium mit anschließender Facharzt-Qualifikation.“

Dass Pflegefachpersonen die Kinderkrankenpflege verlassen, habe in der Praxis meist wenig mit der Ausbildungslogik zu tun, sondern mit Rahmenbedingungen: Personalschlüssel, Belastung, fehlende Entwicklungspfade, unklare Rollen und begrenzte fachliche Perspektiven. „Verbesserungen – ja, wo nötig. Aber die Antwort auf Versorgungsengpässe ist nicht das Zurückdrehen der Generalistik. Entscheidend sind verlässliche Qualifikationswege und fachliche Spezialisierungen nach der Generalistik, ein starker Berufseinstieg und spürbar bessere Arbeitsbedingungen“, so das Fazit von Vera Lux.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V. (DBfK), Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: 030 219157-0

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