Generation Swipe: Die Hälfte der unter 30-Jährigen datet per App
(Berlin) - Manchmal fängt es mit einem Profilbild an, manchmal mit einem Kommentar unter einem Post – und manchmal bleibt’s beim Scrollen. Wer heute jemanden kennenlernen will, braucht nicht zwingend Glück in der Bar oder den perfekten Moment im echten Leben. Oft reicht ein Griff zum Smartphone. Allerdings sieht Online-Dating je nach Lebensphase ziemlich unterschiedlich aus. Kurz vor dem Valentinstag zeigt eine repräsentative Bitkom-Befragung unter knapp 1.500 Internetnutzerinnen und -nutzer ab 16 Jahren, wie verbreitet digitale Partnersuche inzwischen ist – und wo die Unterschiede besonders deutlich werden. Hier kommen sieben Fakten zum Dating im Netz:
* U30 ist die Partnersuche per Smartphone Standard: Bei den 16- bis 29-Jährigen hat eine Mehrheit von 60 Prozent bereits Online-Dating probiert, mehrheitlich über Dating-Apps wie Tinder, Bumble oder Hinge (49 Prozent) und über soziale Netzwerke (32 Prozent). Plattformen wie Parship, Elitepartner oder eDarling werden in dieser Altersgruppe lediglich von 18 Prozent genutzt. 20 Prozent der unter 30-Jährigen zahlen fürs Online-Dating. „Für die Generation U30 ist das Smartphone der naheliegende Startpunkt, wenn’s ums Kennenlernen geht“, sagt Leah Schrimpf, Leiterin Digitale Gesellschaft beim Bitkom.
* Online-Dating in der Familien- und Karrierephase weit verbreitet: Bei den 30- bis 49-Jährigen haben 53 Prozent schon einmal online nach einem Partner oder einer Partnerin gesucht. 33 Prozent sind es bei den 50- bis 59-Jährigen. Bitkom-Expertin Schrimpf: „Gerade in der Rushhour des Lebens, wenn zwischen Job, Terminen und Alltag wenig Zeit für klassische Wege bleibt, wird die digitale Partnersuche für viele zur pragmatischen Option.“
* Online-Dating auch Ü70 noch gefragt: Je älter die Befragten, desto seltener wird online gedated – aber selbst bei den Ü70-Jährigen wird im Netz noch vielfach nach neuen Herzensmenschen gesucht. Bei den Internetnutzerinnen und -nutzern zwischen 60 und 69 Jahren sind es 35 Prozent und noch 21 Prozent bei den über 70-Jährigen. „Digitale Teilhabe heißt auch, dass Menschen in jedem Lebensalter neue Kontakte knüpfen können und wollen“, betont Schrimpf.
* Apps liegen vorn: Insgesamt haben sich 27 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer schon einmal bei Tinder und Co. umgesehen. 21 Prozent waren bei den großen Online-Partnervermittlungen Parship und ähnlichen Angeboten auf der Suche – und ebenso viele in sozialen Netzwerken. 11 Prozent waren auf Online-Portalen für Casual Dating und unverbindliche Treffen unterwegs (z.B. joyclub.de, c-date.de, lovepoint.de) sowie 7 Prozent auf Portalen für diskrete Beziehungen bzw. Seitensprünge. Für Singlereisebörsen interessierten sich 9 Prozent. Insgesamt 43 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer geben an, mindestens eines dieser Angebote schon mal genutzt zu haben.
* Männer zahlen eher als Frauen: 20 Prozent der männlichen Internetnutzer haben bereits kostenpflichtige Online-Dating-Angebote genutzt – unter den Frauen waren es nur 9 Prozent. Knapp die Hälfte aller Zahlenden (44 Prozent) hat im Übrigen einen Hochschulabschluss.
* Urbanes Phänomen: In Sachen Online-Dating zeigt sich ein ziemlich klares Stadt-Land-Muster – und ein kleiner Geschlechter-Twist dazu. In Großstädten ab einer Bevölkerungszahl von 100.000 sind 57 Prozent der Männer, aber nur 38 Prozent der Frauen schon einmal online auf Partnersuche gewesen. In der Mittelstadt nähert sich das Verhältnis an: 44 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen haben Online-Dating-Erfahrung. In Kleinstädten zwischen 5.000 und 20.000 Einwohnern sind es 35 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen. Nur auf dem Land in den Dörfern geht die Schere wieder auseinander: 50 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen daten online. Bitkom-Expertin Schrimpf: „Online-Dating ist überall möglich, aber nicht überall gleich verbreitet. Lebensumfeld und Alltag prägen die Nutzung stark.“
* Bei zwei Dritteln kommt es zum Match – irgendwie: Und wie erfolgreich ist das Online-Dating nun? Ziemlich – zumindest, wenn man auf die Ergebnisse schaut. Jeder und jede Dritte aus der Gruppe der Online-Dater (32 Prozent) steckt aktuell in einer bestehenden Beziehung, die auf diese Weise entstanden ist. Für 24 Prozent hat sich aus Online-Dating zumindest ein lockeres Verhältnis bzw. Situationship ergeben. Und ein gutes Fünftel (22 Prozent) berichtet von einer festen Partnerschaft nach dem Online-Dating, die aber mittlerweile wieder beendet ist. Mehrfachnennungen sind möglich. Lediglich 31 Prozent berichten, dass sich aus dem Online-Dating nichts ergeben habe. Nicht jeder und jede hat aber ein bestimmtes Ziel vor Augen: 46 Prozent der Online-Dating Nutzer und Nutzerinnen verfolgen beim Online-Dating den Wunsch nach einer festen Beziehung und 26 Prozent suchen lockere Flirts und gelegentliche Dates. 22 Prozent nutzen die Angebote einfach „zum Zeitvertreib“.
Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.449 Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland ab 16 Jahren online befragt, darunter 620 Online-Dating Nutzer und Nutzerinnen. Die Befragung fand im Zeitraum KW 3 bis KW 4 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Welche der folgenden Möglichkeiten haben Sie bereits genutzt, um im Internet einen Partner oder eine Partnerin kennenzulernen?“, Mit welchem Ziel nutzen Sie Online-Dating-Angebote?“ und „Und haben Sie schon einmal einen Partner bzw. Partnerin über eine Dating-App oder eine Dating-Website kennengelernt?“
Quelle und Kontaktadresse:
Bitkom e.V., Nina Paulsen, Pressesprecher(in), Albrechtstr. 10, 10117 Berlin, Telefon: 030 27576-0
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