Pressemitteilung | IHK Frankfurt am Main - Industrie- und Handelskammer
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Geschäftsklima im IHK-Bezirk sinkt deutlich / IHK-Präsident Caspar: „Es braucht dringend Reformen, um die Unternehmen zu entlasten.“

(Frankfurt am Main) - In welch angespannter Lage sich die Unternehmen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main befinden, zeigen die Ergebnisse der IHK-Konjunkturbefragung: Zum Frühsommer 2026 sinkt der Geschäftsklimaindex um sechs auf jetzt 92 Punkte und bleibt damit deutlich unter der Wachstumsschwelle von 100 Punkten.

„92 Punkte sind der niedrigste Stand seit Herbst 2022 und ein deutliches Alarmsignal. Unsere Betriebe stehen gleichzeitig unter Kostendruck, kämpfen mit schwacher Nachfrage und können Investitionen nur noch auf Sicht planen. Der Krieg im Nahen Osten wirkt in die Märkte hinein und belastet die bereits angeschlagenen Exporte und Investitionsvorhaben. Die Wirtschaft benötigt dringend Entlastungen bei Steuern und Abgaben, dazu wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Berichtspflichten und einen konsequenten Abbau von Überregulierung. Erforderlich sind dazu echte Reformen, die auch im betrieblichen Alltag etwas verändern“, erklärt Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main.

Gesamtergebnis zeigt regionale Wirtschaft im Abwärtstrend
Die Einschätzungen der aktuellen und erwarteten Geschäftslage fallen weiter. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage fällt von sieben auf vier Punkte. Die Erwartungen gehen deutlich von minus neun auf minus 19 Punkte zurück. Die Investitionsbereitschaft fällt wieder deutlich: Hier sinkt der Saldo um sechs auf einen Wert von jetzt minus sechs Punkte. Auch die Beschäftigungsaussichten verschlechtern sich: von minus zwei auf minus sieben Punkte. Die Exporterwartungen sind ebenfalls weiter rückläufig: eine Veränderung um 22 Punkte auf minus 25 Punkte.

Branchen bestätigen den Trend
In der Branchenbetrachtung verschlechtern sich die Einschätzungen in fast allen Branchen. Die für den IHK-Bezirk besonders bedeutsame Dienstleistungsbranche fällt von 104 auf 97 Indexpunkte. Auch die Bau- und Immobilienwirtschaft fällt unter die Wachstumsschwelle und verschlechtert sich von 102 auf 91 Indexpunkte. Das Schlusslicht bilden die Einschätzungen des Handels, die erneut deutlich an Boden verlieren: von 82 auf 73 Indexpunkte. Das Kredit- und Versicherungsgewerbe (mit Finanzdienstleistern), rechnet zwar weiterhin mit Wachstum, die Einschätzungen sinken aber von 123 auf 120 Indexpunkte. Einen Anstieg zeigt als einzige der hier betrachteten Branche allein die Industrie: von 92 geht es auf 95 Indexpunkte aufwärts.

Risiken bleiben bestehen –Rohstoff- und Energiepreise als Risikofaktoren steigen deutlich
Die Risikobewertungen der Unternehmen bleiben zur vorhergehenden Befragung nahezu unverändert. Nach den größten Risiken für die eigene wirtschaftliche Entwicklung befragt, liegen unverändert die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 59 Prozent an der Spitze des Rankings. Auf Platz zwei verbleibt das Risiko der Inlandsnachfrage mit 55 Prozent. Neu auf Platz drei liegen die Rohstoff- und Energiepreise mit 51 Prozent. Der Fachkräftemangel belegt mit 36 Prozent der Nennungen nun den fünften Platz.

„Wenn wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für 59 Prozent das größte Risiko sind, dann ist das ein klarer Auftrag an die Politik, strukturelle Reformen umzusetzen und Wachstum wieder möglich zu machen. Das heißt erstens: Kosten senken, wo der Staat sie treibt, bei Energie, Abgaben und Bürokratie. Zweitens: Private Investitionen erleichtern, indem Genehmigungen beschleunigt, Standards praxistauglicher und Verfahren digital werden. Drittens: Keine zusätzlichen Standortnachteile durch neue Belastungen verursachen, weder durch weitere Steuerdebatten noch durch kommunale Hebesatzsteigerungen. In einer Phase, in der Energie und Vorleistungskosten wieder spürbar steigen, braucht die Wirtschaft Rückenwind statt Gegenwind“, macht Caspar deutlich.

Rahmenangaben zur Erhebung
Die IHK Frankfurt am Main befragt dreimal jährlich rund 2.000 Mitgliedsunternehmen im Hochtaunus- und im Main-Taunus-Kreis sowie in der Stadt Frankfurt am Main zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und zu ihren Erwartungen für die konjunkturelle Entwicklung. Die aktuelle Umfrage wurde im Zeitraum vom 21. April bis 8. Mai 2026 durchgeführt. Weitere Ergebnisse – auch branchenspezifisch – werden im Konjunkturbericht der IHK Frankfurt am Main erläutert, der Anfang Juni 2026 veröffentlicht wird.

Quelle und Kontaktadresse:
IHK Frankfurt am Main - Industrie- und Handelskammer, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt am Main, Telefon: 069 2197-0

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