Geschäftsreisen im Schatten der Rezession / Travel Manager rechnen nicht mit schneller Überwindung der Krise
(Frankfurt am Main) - Nur noch knapp 20 Prozent der Travel Manager, die im Verband Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR), dem deutschen GeschäftsreiseVerband, organisiert sind, bemerken bisher keine Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Geschäftsreiseaktivitäten. Waren im Winter letzten Jahres bereits mehr als 60 Prozent betroffen, so hat sich der Anteil bis Mitte Februar auf knapp über 80 Prozent erhöht. Dies ergab eine Umfrage, die Prof. Dr. Ernst-Otto Thiesing vom Bereich Tourismusmanagement der Karl-Scharfenberg-Fakultät Salzgitter an der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel im Februar bei den im VDR organisierten Travel Managern von Unternehmen durchgeführt hat.
Dabei sind dienstleistungsorientierte Unternehmen bisher etwas glimpflicher davon gekommen: Die Krise setzte im Vergleich zu Industrieunternehmen später ein. Außerdem ist der Anteil der Dienstleistungsunternehmen, die bisher keine Auswirkungen spüren, mit knapp einem Drittel deutlich höher als bei Industrieunternehmen mit 17 Prozent.
Über 90 Prozent der befragten Travel Manager gehen von einem Rückgang der Ausgaben für Geschäftsreiseaktivitäten im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr aus. Rund 70 Prozent rechnen mit einem Rückgang von über 10 Prozent. Rückgänge von mehr als 20 Prozent erwarten sogar 44 Prozent. Nur knapp 7 Prozent aller Travel Manager rechnen mit steigenden Ausgaben für Geschäftsreisen.
Über 90 Prozent aller Travel Manger - unabhängig von der Branchenzugehörigkeit - sehen generell noch Einsparpotenzial bei Geschäftsreisen. Knapp 50 Prozent der Befragten gaben an, dass ihrer Einschätzung nach noch mindesten 10 Prozent Einsparpotenzial realisiert werden kann. Knapp 10 Prozent waren allerdings der Meinung, dass das Einsparpotenzial bei Geschäftsreisen nun weitestgehend ausgeschöpft sei.
Die bisher schon zu beobachtenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Travel Management sind unterschiedlich. 72 Prozent der Befragten gaben an, dass in den Unternehmen seit Beginn der Krise deutlich intensiver geprüft werde, ob eine Dienstreise wirklich notwendig sei. Und in 46 Prozent der Unternehmen wurden als Antwort auf die Krise die Reiserichtlinien verschärft.
Die Travel Manager erwarten, dass Geschäftsreisen künftig kürzer sein werden, dass Flüge früher gebucht werden, um Kosten zu sparen, und dass auch vermehrt niedrigere Klassen bei Flügen gebucht werden. Bei Unterkünften wird dies weit weniger erwartet. Kürzungen erwarten die Travel Manager auch bei externen Meetings und Events, der Einsatz von Video- und Telefonkonferenzen werde zunehmen.
Der Optimismus, dass die Krise schnell überwunden wird, ist nicht sehr ausgeprägt: Mehr als 60 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich frühestens in einem Jahr die Geschäftsreiseaktivitäten wieder normalisieren und das alte Niveau erreichen. Über 20 Prozent rechnen sogar damit, dass dies zwei Jahre oder länger dauert oder das alte Niveau gar nicht wieder erreicht wird.
Dienstleister sehen das Ausmaß der Krise vergleichsweise optimistisch: "Nur" gut 20 Prozent sind stark negativ betroffen, jeweils knapp 30 Prozent erwarten einen mittleren oder leichteren Rückgang. Über 20 Prozent jedoch prognostizieren für das laufende Jahr eine Steigerung der Geschäftsreiseaktivitäten.
Befragt wurden im Zeitraum vom 11. bis 18. Februar 128 Mitglieder des Verbands Deutsches Reisemanagement e.V.
Quelle und Kontaktadresse:
VDR Verband Deutsches Reisemanagement e.V.
Pressestelle
Darmstädter Landstr. 125, 60598 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 6952290, Telefax: (069) 69522929
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