Gesellschaft für Informatik lehnt Verkauf von Personalausweisdaten durch Regierung ab
(Bonn) - Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) lehnt das Denkmodell des Bundesministeriums des Innern (BMI) entschieden ab, die bei der Einführung des neuen Personalausweises entstehenden Kosten durch den Verkauf der Daten des zukünftigen - ab 2008 auszugebenden - elektronischen Personalausweises an Unternehmen zu finanzieren.
Der ePersonalausweis wird neben Unterschrift, Fingerabdrücken und Gesichtsbild auch andere biometrische Daten enthalten. Biometrische Daten wie Fingerabdruck, Iris und Gendaten lassen Aussagen erwarten über die aktuelle Gesundheit, über Anlagen zu Süchten und Erbkrankheiten bis hin zu Aussagen über die relative Lebenserwartung und über die sexuelle Orientierung von Männern.
Wer die Daten des ePersonalausweises auswertet, ist in der Lage, Bürger/innen informationell und auch gesundheitlich zu durchleuchten. Die Kombination des Namens und der Anschrift mit biometrischen Merkmalen führt zu Auswertungs- und Überwachungsmöglichkeiten, die nicht mehr transparent sind.
Hartmut Pohl, Sprecher des GI-Arbeitskreises Datenschutz und IT-Sicherheit:
Es kann nicht Aufgabe der Regierung eines demokratisch verfassten Staates sein, Interessierten einen vollständigen und nicht mehr beherrschbaren Zugriff auf personenbezogene Daten seiner Bürger/innen zu ermöglichen oder auch nur zu erleichtern.
Quelle und Kontaktadresse:
Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)
Pressestelle
Ahrstr. 45, 53175 Bonn
Telefon: (0228) 302145, Telefax: (0228) 302167
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