Pressemitteilung | Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
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Gesund und fit für den Lehrerberuf

(Berlin) - „Zum ersten Mal gibt es in Deutschland eine Lehrerstudie, die erstens die psychischen Belastungen im Lehrerberuf erfasst und zweitens ganz konkrete Präventionskonzepte entwickelt hat, um Stress oder Versagensängsten vorzubeugen oder deren Wirkung zu mindern.“ Das erklärte heute (12. Dezember 2006) der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) und Vorsitzende der Expertenkommission Schule, Bildung und Wissenschaft beim Deutschen Beamtenbund dbb Ludwig Eckinger. Anlass ist der Abschluss der Potsdamer Lehrerstudie, die von dbb, VBE und den anderen Lehrerorganisationen im dbb im Jahre 2000 in Auftrag gegeben und tatkräftig unterstützt worden war. Den Ländern warf Eckinger vor, nicht ihrer Fürsorgepflicht gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern nachgekommen zu sein. Vorherige Untersuchungen hätten sich meist nur damit begnügt, die Situation der Lehrerinnen und Lehrer zu beschreiben, woraus häufig Vorlagen für Lehrerverurteilungen wurden. „In dieser Situation hat der dbb mit seinen Lehrerorganisationen die Initiative ergriffen“, betonte Eckinger. „Unsere Profession ist uns zu wichtig, als dass wir sie dem freien Spiel der bildungspolitischen Kräfte überlassen könnten.“

Die Forschergruppe des Potsdamer Psychologieprofessors Uwe Schaarschmidt legte heute in Berlin auf der Abschlusstagung „Fit für den Lehrerberuf“ ein umfassendes Präventions- und Gesundheitsprogramm für Lehrerinnen und Lehrer vor. Dazu gehören ein Arbeitsbewertungscheck für Lehrerinnen und Lehrer, ein Interventionsprogramm zur Unterstützung der Teamentwicklung an Schulen, Trainingsprogramme für ein verbessertes Zeitmanagement sowie ein Self-Assessment-Verfahren, in dem sich angehende Lehramtsstudierende selbst auf ihre berufliche Eignung testen können. Das Forschungsprojekt zielte darauf, die Anforderungen an den Lehrerberuf transparenter zu machen und notwendige Veränderungen in der Lehrerbildung zu präzisieren. Die Forschergruppe legte deshalb an der Gesundheitsprävention orientierte Studieninhalte für Lehramtsstudiengänge sowie Module für die Lehrerfortbildung vor.

Ludwig Eckinger forderte auf der dbb-Abschlusstagung die Verantwortlichen in Bildungspolitik und Lehrerbildung auf, mit dem umfassenden Präventionspaket zu arbeiten. Er unterstrich: „Die Potsdamer Lehrerstudie vermittelt eine klare Botschaft an die KMK. Nicht messen um des Wiegens wegen, sondern messen und diagnostizieren, um des Handelns wegen.“ Mit der Selbstausbeutung der Lehrerinnen und Lehrer müsse endlich Schluss sein. Die Aufgaben des Lehrerberufs müssten mit dem Strukturwandel der Lebens- und Arbeitswelt wieder in Balance gebracht werden. ­

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE) Mira Futász, Pressereferentin Behrenstr. 23-24, 10117 Berlin Telefon: (030) 7261966-0, Telefax: (030) 7261966-19

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