Gesundheitssystem auf bedarfsgerechte Versorgung umstellen
(Frankfurt am Main) - Innovationen der Medizintechnik müssen schneller und besser genutzt werden, um den Bürgern im Alter möglichst lange ein eigenständiges Leben zu sichern. "Nur so lassen sich die Herausforderungen der demografischen Entwicklung für das Gesundheitssystem beherrschen", sagte Jochen Franke, Mitglied des ZVEI-Vorstands und Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Elektromedizinische Technik, bei einer Veranstaltung des ZVEI-Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft in Berlin. Nötig sei dafür eine zügige Umgestaltung der Gesundheitswirtschaft.
Denn in den nächsten Jahrzehnten werden der Anteil der über 60-Jährigen auf mehr als ein Drittel ansteigen und chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Demenzen zunehmen. Eine Umgestaltung der Gesundheitsversorgung sei nötig, um teure Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und den Eintritt in die stationäre Pflege hinauszuzögern. Franke: "Innovative Technik in Form moderner Medizintechnik oder technischer Unterstützungen im Alltag kann dazu beitragen." Der ZVEI schlage deshalb eine befristete GKV-Finanzierung zur Untersuchung neuer Verfahren vor. Zweitens müssten die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Telemedizin-Angeboten als Regelleistung der GKV geschaffen werden, um die Versorgung chronisch Kranker zu verbessern. Drittens sei die Finanzierung technischer Unterstützungen zuhause zu verbessern, z.B. im Rahmen der Pflegeversicherung. Als weiteren Schritt brauche es die zügige Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Außerdem müsse die duale Investitionsfinanzierung im Krankenhaus durch eine monistische Finanzierung ersetzt werden, um den Investitionsstau zu beseitigen und damit fortschrittliche Medizintechnik flächendeckend zur Verfügung zu stellen.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
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