GEW: Das Geld muss im Bildungssystem bleiben / Bildungsgewerkschaft zur Prognos-Studie
(Frankfurt am Main) - Frankfurt Das Geld muss im Bildungssystem bleiben und für dringend notwendige Investitionen genutzt werden. Es wäre jetzt ganz falsch, den Geburtenrückgang zum Stopfen von Haushaltlöchern zu nutzen. Dumm aber schuldenfrei ist keine Perspektive für die junge Generation, sagte Marianne Demmer, stellvertretende GEW-Vorsitzende mit Blick auf die Prognos-Studie Demographie als Chance, die errechnet hat, wie viel Gelder in den nächsten Jahren in Folge des Schülerrückgangs für Reformen im Bildungswesen frei werden. Demmer Wir brauchen mehr Wachstum auch in der Bildung, nicht nur in der Wirtschaft. In Deutschland herrsche großer Investitionsbedarf zum Beispiel in der frühkindlichen Bildung und bei Ganztagsschulen. Die verantwortlichen Landespolitiker hätten in den nächsten Jahren die einmalige Gelegenheit, ihren schönen Sonntagsreden von der überragenden Bedeutung der Bildung konkrete Taten folgen lassen, ohne weitere Schulden machen zu müssen. Es werde aber voraussichtlich sehr viel Überzeugungsarbeit notwendig. Demmer wies darauf hin, dass sich die Situation in den Bundesländern sehr unterschiedlich darstelle. Deshalb brauche jedes Bundesland seinen individuellen Finanzierungsplan zur Umsetzung der notwendigen Reformen".
Info: Laut einer Studie der Prognos AG könnten wegen des Geburtenrückgangs und damit einer sinkenden Schülerzahl - für die Bundesländer bald Milliardensummen aus dem Bildungssystem frei werden. Die Studie mit dem Titel »Demographie als Chance«, die von der Robert-Bosch-Stiftung in Auftrag gegeben wurde, geht davon aus, dass in 15 Jahren zwei Millionen Kinder und Jugendliche weniger zur Schule gehen werden als heute. Gegenüber dem Jahr 2005 entspricht dies einem Minus von 17 Prozent. Daher fallen automatisch weniger Kosten im Schulsystem an. Diese Ersparnis bezeichnen die Experten als »demographische Rendite«.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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