Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

GEW fordert ein gemeinsames Ministerium für Bildung und Erziehung / 6. Jugendhilfekongress der Bildungsgewerkschaft

(Wolfsburg/Frankfurt am Main) - Im Bund und in den Ländern sollen Ministerien für Erziehung und Bildung geschaffen werden, in denen die Ressorts Familie, Jugend, Soziales, Frauen und Schule gemeinsam politisch vertreten werden. Das hat Norbert Hocke, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), zur Eröffnung des 6. Jugendhilfekongresses seiner Organisation am Freitag in Wolfsburg gefordert: „Die politische Verantwortung für Bildung und Erziehung muss künftig unter einen Hut.“ Mit gemeinsamen Strukturen auf allen Ebenen solle „die öffentliche Verantwortung für das Aufwachsen gebündelt werden“.

In diesem Zusammenhang lehnte Hocke die völlige Kommunalisierung der Jugendhilfe und der Kindertagesstätten wie in einigen Bundesländern geplant strikt ab. „Ohne einheitliche Vorgaben auf Bundes- und Landesebene werden die Interessen von Kindern und Familien zum Spielball kommunaler Finanzjongleure“, unterstrich er.

Hocke knüpfte mit seiner Forderung an den im „Forum Bildung“ von Bildungspolitikern des Bundes und der Länder, Gewerkschaften und Wissenschaftlern beschrittenen Weg an. Das vom Bildungsministerium initiierte Forum hatte eine Bildungsreform gefordert, die auf die Entwicklung einer neuen Lehr- und Lernkultur und eines Gesamtsystems von Erziehung, Bildung und Betreuung zielt. Es mache, so der GEW-Sprecher, keinen Sinn, wenn sich der eine Bereich gegenüber dem anderen abschotte und profiliere. „Alle pädagogischen Kräfte müssen an einem Strang ziehen. Wenn Deutschland wirtschaftlich, sozial und kulturell auf die Beine kommen und sich für neue Aufgaben in Zukunft rüsten will, benötigen wir die Potentiale aller Menschen. Deutschland braucht keine Agenda der Ausgrenzung und Bestrafung der sozial Schwachen, sondern eine Politik, die die Gesellschaft zusammenführt“, betonte Hocke auch mit Blick auf die Agenda 2010, die die Bundesregierung vorgelegt hat.

Dieser Aufgabe müsse sich das deutsche Bildungswesen stellen. „Deutschland ist Weltmeister in Aussonderung. Unser Ziel muss aber sein, Anschluss an die Länder zu finden, die Bildungserfolge durch Integration erzielen“, stellte Hocke fest. Dabei brauchten Kinder aus Migrantenfamilien besondere pädagogische Aufmerksamkeit und Unterstützung. Erzieherinnen und Lehrkräfte müssten sich aktiv darum bemühen, dass alle Kinder eine intensive Sprachbildung erhalten. Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund sollten die deutsche Sprache genauso sicher beherrschen wie die Sprache, mit der sie zuhause groß werden. Sprachtests am Ende der Kindergartenzeit kämen zu spät, weil Sprachdefizite bis zum Beginn der Schulzeit dann nicht mehr ausgeglichen werden können.

Info: Der 6. GEW-Jugendhilfekongress steht unter dem Motto: „Niemanden zurücklassen! Chancengleichheit durch Bildung!“ Er findet am 16. und 17. Mai 2003 in der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule, Suhlerstr. 1, 38444 Wolfsburg, statt. Tagungsbeginn ist am Freitag um 15.30 Uhr.

Das Kongressbüro ist erreichbar unter der Nummer: 0160/90120330 oder 0171/3053492. Ansprechpartner für die Vertreterinnen und Vertreter der Medien während der Tagung ist Bernhard Eibeck.

Am 27. Juni ist "Tag der Bildung". Weitere Informationen unter: www.tag-der-bildung.de.

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt Telefon: 069/789730, Telefax: 069/

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