Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
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GEW fordert mehr Mittel für Grundbildung und Armutsbekämpfung / Bildungsgewerkschaft zum "Internationalen Tag gegen Kinderarbeit"

(Frankfurt am Main) - Verstärkte Anstrengungen der Bundesregierung und der internationalen Staatengemeinschaft gegen die fortgesetzte Ausbeutung von Kindern und zur Verwirklichung des Grundrechts auf Bildung hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefordert. "Wir brauchen gezielte Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und ein kostenloses Schulsystems, das gute Bildung für alle Menschen ermöglicht. Nur so können wir die Ausbeutung von Kindern wirksam bekämpfen. Die GEW unterstützt die Milleniumentwicklungsziele der UN, die eine Halbierung der Armut bis 2015 vorsehen und weltweit das Recht auf Grundschulbildung umsetzen wollen", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am "Internationalen Tag gegen Kinderarbeit". "Um diese Ziele zu erreichen, muss die Bundesregierung endlich die zugesagten Mittel für Armutsbekämpfung zur Verfügung stellen und Grundbildung zu einem Schwerpunkt ihrer internationalen Entwicklungszusammenarbeit machen."

"Armut und mangelnde Bildung sind zwei Seiten einer Medaille: Kinder brauchen eine solide Grundbildung. Sonst wird ihnen die Möglichkeit genommen, eine qualifizierte Ausbildung zu erwerben und so dem Teufelskreis der Armut zu entkommen", unterstrich Thöne. "Rund 70 Millionen Kinder haben keine Chance auf Schulbildung. Es fehlen Schulgebäude und rund 18 Millionen Lehrkräfte." Weltweit arbeiteten mehr als 200 Millionen Kinder. 70 Prozent dieser Kinder seien in der Landwirtschaft beschäftigt. Mehr als 120 Millionen Mädchen und Jungen seien gefährlichen Tätigkeiten ausgesetzt, etwa im Bergbau, in Steinbrüchen, auf Baustellen, auf Plantagen und auch in Bordellen. Allein in Ecuador arbeiteten 30.000 Kinder auf Ananasplantagen, wo sie bis zu 12 Stunden täglich schuften und schutzlos dem Einsatz von Pestiziden ausgesetzt sind. Auch in Indien sei Kinderarbeit trotz eines gesetzlichen Verbots noch immer weit verbreitet. Kinder verrichteten in Steinbrüchen Schwerstarbeit, um billige Grabsteine für den Export zu produzieren. "Armut der Familie ist der wichtigste Grund, warum Kinder arbeiten und insbesondere Mädchen keine Schulbildung erhalten. Doch Armut ist nicht nur Ursache, sondern auch Folge von Kinderarbeit", betonte der GEW-Vorsitzende.

"Kinder haben ein Recht auf Bildung und auf Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung", erklärte Thöne mit Blick auf die 1989 verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention. "Doch Papier ist leider geduldig und ein Verbot von Kinderarbeit allein kein wirksames Mittel, um Kinder vor Ausbeutung und gesundheitlichen Schäden zu schützen. Vielen Regierungen fehlt es am politischen Willen, gegen die Ausbeutung der Mädchen und Jungen vorzugehen. Einige Länder bestrafen sogar die arbeitenden Kinder, statt ihnen und ihren Familien sinnvolle Alternativen anzubieten." Der GEW-Vorsitzende wies darauf hin, dass Kinder einen Anspruch auf eine geschützte Kindheit, Schulausbildung und ein Leben frei von wirtschaftlichen Nöten hätten.

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ulf Roedde, Pressesprecher Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201

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