Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
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GEW: „Kompletter Humbug“ / Bildungsgewerkschaft zu „Abiturnoten im Ländervergleich“

(Frankfurt am Main) - Als „kompletten Humbug“ bezeichnete Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) das Bundesländerranking nach Abiturnoten Die Durchschnittsnoten in den einzelnen Bundesländern seien weder für ein seriöses Ranking geeignet, noch lieferte ein Unterschied von weniger als einer halben Notenstufe zwischen den Bundesländern eine Begründung für die Einführung eines bundesweiten Zentralabiturs.

Nach Ansicht der GEW-Vize ist es höchst interessant, dass „bei genauerem Hinsehen die Statistik jede Menge Hinweise liefert, dass das Abitur in Ländern mit Zentralabitur gar nicht anspruchsvoller ist, wie bisher immer behauptet.“ In Baden-Württemberg und Thüringen, Ländern mit Zentralabitur und den niedrigsten Durchschnittsnoten, müssten ansonsten entweder Schülerinnen und Lehrer „genialer“ sein, oder die Benotung falle „recht milde“ aus oder es würden „leichtere“ Aufgaben gestellt. Anders lasse sich kaum erklären, dass nur etwas mehr als ein Prozent der Abiturienten dort das Abitur nicht bestünden, während etwa in Berlin mehr als acht Prozent nicht zum Erfolg kämen. In Baden-Württemberg und Thüringen würden zudem deutlich öfter Spitzennoten vergeben und deutlich seltener Noten zwischen drei und vier als in anderen Bundesländern. Nach der KMK-Statistik zählen in Baden-Württemberg 2,3 Prozent zu den „absoluten Überfliegern“ mit Spitzennote sehr gut und besser, während in Berlin und Niedersachsen nur „kümmerliche“ 0,3 und 0,4 Prozent in dieser Gruppe sind. Dazu die GEW-Vize lakonisch: „Die Meinung, das Zentralabitur sei besonders anspruchsvoll und ein Garant für Qualität, kann nach diesen Zahlen wohl nur als Illusion bezeichnet werden.“

Information:
Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat „Abiturnoten im Ländervergleich“ veröffentlicht. Die Daten beziehen sich auf den Abi-Jahrgang 2005, die neuen Zahlen von 2006 liegen noch nicht vor. Spitzenreiter ist danach Thüringen mit einem Notenschnitt von 2,3. Schlusslicht ist Niedersachsen mit 2,72. Die KMK-Übersicht berücksichtigt nur die Abiturienten an allgemein bildenden Gymnasien und integrierten Gesamtschulen.

In diesen Ländern wurde 2005 nach Angaben der KMK ein Landes-Zentralabitur
abgelegt: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die KMK-Übersicht sowie weitere Informationen sind auf der Homepage der GEW veröffentlicht http://www.gew.de/GEW_Kompletter_Humbug.html

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ulf Roedde, Pressesprecher Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201

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