Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
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GEW: „Kultusminister: endlich auf Unterrichts- und Schulentwicklung konzentrieren“ / Bildungsgewerkschaft zur PISA-Sonderauswertung: Schulstrukturfragen nicht ausklammern

(Frankfurt/Berlin) - „Die Kultusministerkonferenz (KMK) muss endlich bei der Unterrichts- und Schulentwicklung einen Schwerpunkt setzen. Sie sollten sich dabei der Frage stellen, welche Auswirkungen das gegliederte Schulsystem für das Berufsverständnis der Lehrkräfte und die Unterrichtskultur der Schulen hat“, sagte Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), angesichts der heute (17. November 2006) in Berlin vorgestellten neuen PISA-Sonderauswertung.

„Bestandsaufnahmen haben wir genug. Testeritis und Zentralprüfungsmanie breiten sich immer weiter aus, bringen aber nichts.“ Die Lernleistungen der Schülerinnen und Schüler würden nicht durch die ständige Erhöhung des Drucks auf Kinder und Lehrkräfte besser. „Wir brauchen fachlich und pädagogisch gut ausgebildete Lehrkräfte, mehr Lernen in Gruppen und verstärkte individuelle Förderung. Die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer muss von Sozial- und Sonderpädagogen sowie Psychologen unterstützt werden.“

Demmer kritisierte, dass die Kultusminister keine Informationen über Gründe und Ursachen der Untersuchungsergebnisse vorlegten und erst recht keine Lösungsstrategien aufgezeigten. „Lehrkräfte, Eltern und Schüler werden wieder einmal ratlos zurückgelassen“, betonte die GEW-Sprecherin. Sie verlangte eine Ursachenanalyse, die auf die Situation der einzelnen Klasse bezogen ist, da sich Individual- und Klassendaten unterschieden. Dabei müssten auch die Rahmenbedingungen wie Unterrichtsversorgung, der Stundenumfang des naturwissenschaftlichen Unterrichts, der Anteil fachgerecht erteilten Unterrichts und besondere Ereignisse wie Umzüge oder Gebäudesanierungen unter die Lupe genommen werden. Die Kategorien Unterrichtsstil und aktive/passive Schule seien zu grob und griffen zu kurz.

„Keine Frage: Es widerspricht unserem pädagogischen Ethos, wenn ein Drittel aller Schüler während eines Schuljahres nichts dazu lernt oder Kompetenzen sogar wieder verliert. Damit finden wir uns als Profis für das Lernen nicht ab. Die Ergebnisse bestärken uns in der Auffassung, dass die aktiven Schulen mit überdurchschnittlichen Lernzuwächsen bei den Schülern überwiegend integrierte Gesamtschulen und Schulen mit mehreren Bildungsgängen sind“, unterstrich Demmer.

Da die Hauptschulen bei der Untersuchung ausgespart worden seien, fehlten gerade für diese mit vielen Problemen belasteten Schulart wichtige Informationen.

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ulf Roedde, Pressesprecher Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201

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