Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

GEW: "Mehr Geld und besserer Gesundheitsschutz für Erzieherinnen!" / Verhandlungen über Entgeltordnung Sozial- und Erziehungsdienst werden morgen fortgesetzt

(Frankfurt am Main/Berlin) - Am Dienstag, 21. April 2009, treffen sich ver.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) in Berlin zu einer neuen Verhandlungsrunde über die Entgeltordnung Sozial- und Erziehungsdienst (EGO). Neben einer Verbesserung der Eingruppierung steht der Gesundheitsschutz im Mittelpunkt.

Die Arbeitgeber waren bislang nicht bereit, ein Angebot vorzulegen, das auf die gewerkschaftlichen Forderungen zum Gesundheitsschutz eingeht und die Absenkung der Gehälter, die durch den Übergang vom alten Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) zum neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst ( TVöD) entstanden ist, aufhebt. Vor vier Jahren waren die Bewährungsaufstiege beim Wechsel des Tarifsystems im öffentlichen Dienst weggefallen. Seitdem bleiben Erzieherinnen und andere soziale Berufe in der Entgeltgruppe 6 des TVöD stecken. Das führt gegenüber dem Niveau des BAT zu massiven Einkommensverlusten von rund 13 Prozent. Die GEW fordert, den heute noch gültigen, mittlerweile 18 Jahre alten Vergütungstarifvertrag aus dem BAT durch eine neue Entgeltordnung für den Sozial- und Erziehungsdienst zu ersetzen.

Es sei, betonte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad, dringend erforderlich, die Eingruppierung von Erzieherinnen den gestiegenen Anforderungen und der bedeutend höheren Qualität der Arbeit anzupassen: "Es ist Erzieherinnen nicht länger zuzumuten, in Kindertagesstätten Bildungsarbeit für ein Gehalt zu leisten, das den gestiegenen Anforderungen und der großen Verantwortung nicht entspricht." Erzieherinnen hätten sich in den vergangenen Jahren durch Fortbildungen auf den neuesten Stand der Pädagogik gebracht. Dieses Engagement müsse belohnt werden. "Wenn die Gehälter nicht deutlich angehoben werden, werden Motivation und Engagement der Erzieherinnen schnell zusammenbrechen", sagte Schaad. Angesichts des Fachkräftemangels in Kindertagesstätten sei das ein verheerendes Signal.

Die Jugendminister der Länder beklagten bereits öffentlich, dass freie Stellen mit dem aktuellen Gehaltsangebot nicht mehr zu besetzen seien. Deshalb komme es in zahlreichen Großstädten wie Dresden, München und Frankfurt am Main schon jetzt zu Versorgungsengpässen. "Ich fordere die Arbeitgeber auf, ein Angebot vorzulegen, das die Probleme löst. Frühkindliche Bildung darf nicht länger in Wahlkampfreden ein Thema sein. Die Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch darauf, dass Worten auch Taten folgen", unterstrich Schaad.

Info: Erzieherinnen, die heute eingestellt werden, verdienen monatlich 1.922 Euro (brutto, Vollzeitstelle). Nach 15 Berufsjahren erreichen sie ein Endgehalt von 2.474,80 Euro. Im alten BAT hätten sie ein Endgehalt von 2.695 Euro erhalten.
Zahlreiche arbeitsmedizinische Untersuchungen belegen, dass Erzieherinnen starken Belastungen, insbesondere durch Lärm und Infektionskrankheiten ausgesetzt sind. Nach einer aktuellen Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB-Index: "Gute Arbeit") können sich nur 26 Prozent der Erzieherinnen vorstellen, gesund in die Rente zu kommen.

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ulf Roedde, Pressesprecher Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201

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