Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
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GEW: „Pädagogische Verbesserungen – von Junglehrern bezahlt“ / Angekündigte pädagogische Maßnahmen positiv / Aber: Bildungsgewerkschaft kritisiert Kürzung der Einstiegsgehälter für junge Lehrkräfte durch Landesregierung / Gemeinsame Presseerklärung der GEW Rheinland-Pfalz und des Hauptvorstandes

(Mainz/Frankfurt am Main)- Die von der rheinland-pfälzischen Landesregierung geplante Kürzung der Einstiegsgehälter für junge Lehrkräfte hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) scharf kritisiert.

Rheinland-Pfalz übernehme mit diesem provokativen Vorstoß bundesweit die Vorreiterrolle. „So macht man den Lehrerberuf unattraktiv“, sagten GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne und Landeschef Tilman Boehlkau heute (30. Mai 2006) in einer gemeinsamen Presseerklärung in Reaktion auf die Ankündigungen von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). „Wir verurteilen aufs Schärfste, dass die Verbesserungen im Bildungsbereich von den Beschäftigten bezahlt werden sollen. Das zeigt: Es fehlt an der Bereitschaft, zusätzliches Geld in die Zukunftsaufgabe Bildung zu investieren.“

„Seit 16 Jahren betreiben die Bundesländer Haushaltssanierung auf dem Rücken der Beschäftigten, auch in Rheinland-Pfalz. Nachdem die Klassengrößen vielerorts die Schmerzgrenze überschritten haben und weitere Pflichtstundenerhöhungen nicht mehr zu machen sind, ohne den Krankenstand in die Höhe zu treiben, geht es den Lehrerinnen und Lehrern jetzt auch noch ans Portemonnaie. Das ist ein erschreckender Vorgeschmack auf die Zeit nach der Föderalismusreform. Dann diktieren die Länder nach derzeitigem Planungsstand nicht nur die Einstufung, sondern auch Besoldung, Versorgung und Ruhestand“, unterstrichen Thöne und Boehlkau. Bessere Bildungsergebnisse durch schlechtere Arbeitsbedingungen zu erkaufen, sei ein Holzweg.

Die Ankündigung zu den beabsichtigten Besoldungserhöhungen für die Beamtinnen und Beamten in den nächsten fünf Jahren (2006 – 2010) hält die GEW für ein „Spiel mit falschen Karten“. „Angesichts von Inflationsraten bei annähernd zwei Prozent sowie der Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozent und der Pensionsrücklage von 0,2 Prozent müssen die Beamtinnen und Beamten einen Reallohnverlust von ca. fünf Prozent in den nächsten Jahren hinnehmen!“, so Thöne und Boehlkau.

Die Gewerkschafter bewerteten die angekündigten pädagogischen Maßnahmen positiv: „Ganztagsschulen auszubauen, mehr Sozialarbeiter an die Schulen zu holen sowie gebührenfreie Kitas sind richtige Schritte und aus pädagogischen und sozialen Gründen dringend notwendig.“

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ulf Roedde, Pressesprecher Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201

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