Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
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GEW: „Studentenberg soll untertunnelt werden“ / Bildungsgewerkschaft zum Hochschulpakt / Für Ausbau von Studienplätzen fehlen 1,7 Milliarden Euro

(Frankfurt) - „Der heute (20. November 2006) vereinbarte Hochschulpakt ist völlig unzureichend. Mit dieser Entscheidung verständigen sich Bund und Länder darauf, den absehbaren Studentenberg zu untertunneln“, sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Montag (20. November 2006) in Frankfurt a.M. Für den notwendigen Ausbau der Kapazitäten um 90.000 Studienplätze fehlten trotz der zugesagten Bundes- und Landesmitteln gut 1,7 Milliarden Euro. Statt der veranschlagten 5.500 Euro pro Studienplatz sind laut Hochschulrektorenkonferenz (HRK) 7.400 Euro notwendig. „Außerdem ist nicht gesichert, wie es ab 2010, wenn der Run auf die Studienplätze erst richtig beginnt, weiter gehen soll“, sagte Thöne.

„Das ist ein fatales Signal für die junge Generation und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Die Bundesrepublik braucht künftig erheblich mehr Akademikerinnen und Akademiker als bisher“, unterstrich der GEW-Vorsitzende. Darauf wiesen alle internationalen Studien immer wieder hin. Positiv bewertete Thöne, dass nach Lösungen gesucht wurde, den Abbau von Studienplatzkapazitäten in den östlichen Bundesländern zu verhindern. Allerdings sei abzuwarten, ob die Länder die jetzt vereinbarten finanziellen Zusagen einhalten.

Thöne kritisierte, dass die Förderung der Forschung im Zentrum des Hochschulpaktes stehe: „Der Pakt steht im Zeichen des Aufbaus Südwest.
Während die Hochschulen im Südwesten Forschungsgelder aus Exzellenz-Initiative und Hochschulpakt kassieren, gucken die Hochschulen im Osten und Norden in die Röhre: International konkurrenzfähige Leuchtturm-Unis stehen künftig schlecht finanzierten Hochschulen für die Massenabfertigung von Studierenden gegenüber.“

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ulf Roedde, Pressesprecher Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201

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