GEW warnt vor zu großer Notengläubigkeit / Bildungsgewerkschaft zur Vergabe der Halbjahreszeugnisse
(Frankfurt am Main) - Aus Anlass der Halbjahreszeugnisse warnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor zu großer Notengläubigkeit. Marianne Demmer, stellvertretende GEW-Vorsitzende und Leiterin des Bereichs Schule sagte am 1. Februar: Die Notengläubigkeit von Eltern und Wirtschaft verblüfft mich. Zeugnisnoten suggerieren eine Scheinobjektivität. Sie teilen mit, wo ein Schüler oder eine Schülerin nach Auffassung der Lehrkräfte im Vergleich mit den Klassenkameraden steht. Sie sagen aber nichts darüber, wo die Stärken und Schwächen im Einzelnen liegen.
Verschiedene Untersuchungen belegten, dass sich die Zeugnisnote bereits bei einem Lehrer- oder Klassenwechsel erheblich verändern könne. Diese Studien zeigten auch, dass teilweise für ein- und dieselbe Leistung das gesamte Notenspektrum von eins bis sechs vergeben würde. Lehrerinnen und Lehrer befinden sich in einem ständigen Dilemma. Sie sollen einerseits individuell fördern, müssen andererseits jedoch Noten erteilen, die weit reichende Folgen haben können. Noten entscheiden über Versetzung oder Nichtversetzung oder das schulische Schicksal zehnjähriger Kinder, sagte Demmer. Viel sinnvoller ist es nach Auffassung der GEW, wie in den skandinavischen Ländern auf Notenbeurteilung und Sitzen lassen zu verzichten. Die Eltern und Schüler werden dort durch Lernberichte informiert, es wird gemeinsam besprochen, wie Stärken ausgebaut und Schwächen abgebaut werden können. Ein offizielles Zeugnis gibt es erst am Ende der Schulzeit. Dass man auf diesem Weg sehr viel lernen und ein angenehmes Schulklima haben kann, haben PISA und Co. mittlerweile hinreichend belegt, unterstrich die Schulexpertin.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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