GEW: Weder einfacher noch logischer / Bildungsgewerkschaft zum Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Rechtschreibreform
(Frankfurt am Main) Die von der Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossenen Korrekturen zur Rechtschreibreform sind nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) weder eine Vereinfachung noch besitzen sie mehr Logik. Da wurde nur den Rechtschreibgewohnheiten der älteren Generation Rechnung getragen, sagte GEW-Schulexpertin Marianne Demmer am Freitag (03. März 2006) in Frankfurt a.M..
Die GEW hofft, dass jetzt endlich Schluss mit den unsinnigen Schaukämpfen ist. Die Bildungseinrichtungen hätten Wichtigeres zu tun. In den Schulen wird die Einigung mit resigniertem Schulterzucken und Galgenhumor quittiert. Niemand sollte sich wundern, wenn die Schulen nicht jede neue Wendung bei der Rechtschreibung mitmachen, betonte Demmer. Schulen würden die erneuten Korrekturen erst einmal aussitzen. Sie müssten schließlich damit rechnen, dass demnächst wieder ein Ministerpräsident um die Ecke kommt und April, April ruft.
Eine deutliche Absage erteilte Demmer dem Vorschlag eines kleinen Elternverbandes, alle Schreibweisen nebeneinander bestehen zu lassen: Das ist für die Schulen nicht praktikabel. Die Schulexpertin erwartet, dass die Eltern in den meisten Bundesländern etwa für neue Wörterbücher zur Kasse gebeten werden.
Für die Weiterentwicklung der Rechtschreibung erwartet Demmer erhebliche Einflüsse durch die neuen Medien. Schon heute sei zu beobachten, dass im Email-Verkehr eigene Regeln gelten. Zum Beispiel werde vielfach bereits eine gemäßigte Kleinschreibung praktiziert.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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