Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
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GEW: „Wir brauchen 100.000 zusätzliche Erzieherinnen - solide Finanzierung für mehr und bessere Krippen notwendig“ / Bildungsgewerkschaft zum „Krippengipfel“

(Frankfurt am Main) – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit Blick auf den am Montag (2. April 2007) tagenden „Krippengipfel“ eine Arbeitsmarktoffensive für 100.000 zusätzliche Erzieherinnen und 1.000 Dozenten gefordert. Sie mahnte ein solides Finanzierungskonzept für mehr und bessere Krippen an.

„Junge Familien haben einen Anspruch darauf, dass Bund, Länder und Gemeinden zügig handeln und bei der Finanzierung an einem Strang ziehen. Die konservativen Bremser in CDU und CSU müssen endlich gestoppt werden. Wir haben keinen Bedarf an Bedarfsrechnungen, sondern an mehr und besseren Angeboten bei Krippen und Kindergärten. Dafür sind zusätzliche, gut qualifizierte Erzieherinnen Voraussetzung“, sagte Norbert Hocke, für Jugendhilfe- und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, am Freitag (30. März 2007) in Frankfurt am Main.

„Der Ausbau der Krippen und Kindergärten muss durch einen Dreiklang aus Rechtsanspruch, Gebührenfreiheit und eine höhere Qualität unterfüttert werden“, unterstrich Hocke. „Für eine echte Qualitätsoffensive in den Kindergärten brauchen wir bis 2013 mindestens sieben Milliarden Euro.“

„Wir brauchen keine unverbindlichen Zielgrößen. Ohne einen Rechtsanspruch ist alles nichts“, sagte der Gewerkschafter. „Rechtsanspruch heißt:

Ganztagsbetreuung für alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr – einklagbar.

Unsere Kindergärten und Krippen dürfen die Kinder nicht schon mittags vor die Tür setzen.“ Bereits heute seien die Gemeinden per Gesetz verpflichtet, ein bedarfsgerechtes Angebot für Kinder unter drei Jahren zu garantieren - getan habe sich aber fast nichts.

„Für mehr und bessere Krippenplätze und Kindergärten, brauchen wir eine nachhaltige Finanzierung. Einmalige Strohfeuer-Programme helfen nicht weiter. Deshalb lehnen wir die Idee ab, den Ausbau der frühkindlichen Bildung aus den Überschüssen der Bundesagentur für Arbeit zu finanzieren.

Nach dem Aufschlag lässt man Träger, Beschäftigte und Kinder im Regen stehen oder bittet die Eltern noch stärker zur Kasse“, betonte der GEW-Sprecher.

Deutschland brauche einen neuen Mix bei der Familienfinanzierung. Dabei werde man an maßvollen Veränderungen bei den großen Posten Ehegattensplitting, Kindergeld und Freibeträgen nicht vorbeikommen. Künftig müsse mehr Geld direkt in die Institutionen fließen.

„Wer jetzt in Qualität und Quantität frühkindlicher Bildung investiert, handelt nachhaltig“, sagte Hocke. Bei richtigem Einsatz der Mittel könnte das Bruttoinlandsprodukt bis 2050 um 100 Milliarden Euro steigen, habe das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) vorgerechnet.

„Es reicht nicht, irgendwie irgendwelche Kita-Plätze zu schaffen. Das Wohl der Kinder, ihre Bildung und Erziehung, muss im Mittelpunkt stehen. Wir brauchen keine Verwahranstalten für Kinder, sondern Bildungseinrichtungen.
Wer lediglich ein pädagogisches Stundenhotel einrichten will, damit stressgeplagte Eltern das Diktat flexibler Arbeitszeiten besser erfüllen können, springt viel zu kurz“, hob der GEW-Sprecher hervor. Notwendig seien eine Verbesserung der Erzieherinnenausbildung, neue Fortbildungsmöglichkeiten für das pädagogische Personal sowie ein besserer Betreuungsschlüssel. Die Ausbildung müsse anschlussfähig für einen Bachelor-Abschluss sein und perspektivisch auf Hochschulniveau gehoben werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ulf Roedde, Pressesprecher Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201

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