GEW: Zukunftsperspektive für junge Menschen: Wir brauchen eine Schule für alle Kinder / Armutszeugnis für Bildungs- und Integrationspolitik / Bildungsgewerkschaft zur Rütli-Schule in Berlin-Neukölln
(Frankfurt./Berlin) Die Vernachlässigung eines erheblichen Teils der Jugendlichen lasse sich nicht mehr schön reden, stellte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fest. Seit Jahren würde ein Viertel der Jugendlichen für nicht ausbildungsreif erklärt und ins gesellschaftliche Abseits gestellt. Diese Jugendlichen haben keine Perspektive. Da darf man sich über zunehmende Gewalt nicht wundern. Die Gesellschaft muss in die Zukunft der jungen Menschen investieren, ihnen muss gezeigt werden, dass wir sie alle brauchen, sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der GEW und ehemaliger Chef des Berliner Landesverbandes, am Freitag in Frankfurt am Main.
In diesem Sinne führt an der einen Schule für alle Kinder kein Weg vorbei:
Kinder und Jugendliche brauchen mehr individuelle Förderung. Das Einsortieren in verschiedene Schularten führt zur Ghettoisierung und verstärkt die soziale Selektion, so Thöne. Der Brandbrief der Rütli-Schule aus Berlin-Neukölln ist ein Zeichen für das Versagen der Bildungs- und Integrationspolitik auf Landes- und Bundesebene.
Wer jetzt aufgeregt nach Deutschpflicht auf Schulhöfen schreit, muss sich fragen, warum Berlin in der Vergangenheit beispielsweise seine Mittel für Deutsch als zweite Fremdsprache ständig gekürzt hat, sagte Thöne. Integration sei keine Einbahnstraße. Sie verlange attraktive Angebote. Integrationspolitik nach konservativer Lesart beschreite dagegen den falschen Weg. Innenminister Schäuble (CDU) will bei den ohnehin völlig unzureichend ausgestatteten Integrationskursen für Migranten drastisch kürzen. Gleichzeitig wird der Druck mit Einbürgerungs- und Gesinnungstests verschärft. So schafft man Parallelgesellschaften aber keine Integration, unterstrich Thöne.
Wir brauchen ein integriertes Schulsystem, in dem Demokratie und soziales Verhalten gelernt und gelebt werden. Wir brauchen Unterstützungsangebote, beispielsweise die enge gleichberechtigte Kooperation zwischen Schule und Sozialarbeit. Sozialarbeiter, wie jetzt in Berlin geplant, als Feuerwehrleute und Ausputzer einzusetzen, ist das Herumwerkeln an Symptomen. Die Ursachen werden so nicht bekämpft, betonte der GEW-Vorsitzende.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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