Gleichgestellt ist doppelt stark! / Aufruf des DGB zum Internationalen Frauentag am 8. März 2006
(Berlin) - Es kommt neuer Schwung in die Familienpolitik. Die Kinderbetreuung soll ausgebaut werden. Junge Eltern sollen steuerlich entlastet werden. Zur Elternzeit soll auch das Elterngeld kommen. Richtige Schritte, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf endlich zu verbessern. Doch Frauenpolitik ist mehr und kein bloßes Anhängsel der Familienpolitik.
Wir wollen gleiche Chancen und Bedingungen für Frauen nicht nur für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern für Ausbildung und Arbeitsplatz, berufliche Entwicklung und soziale Sicherung. Die Probleme sind seit Jahren bekannt:
Der Grundsatz der Entgeltgleichheit wird nach wie vor nicht eingehalten. Frauen verdienen im Durchschnitt über 20 % weniger als Männer in vergleichbaren Tätigkeiten. Eingeschränkte Karriere- und Weiterbildungschancen sowie überholte Wertvorstellungen behindern den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. Sie stoßen an die gläserne Decke. Benachteiligungen in den sozialen Sicherungssystemen und bei der privaten Vorsorge verweisen Frauen nach wie vor auf die Rolle der Zuverdienerin in einer Partnerschaft. Der Wiedereinstieg ins Berufsleben, z.B. nach der Elternzeit, ist mit vielerlei organisatorischen und unternehmensinternen Hürden verbunden. Vereinbarkeitsprobleme setzen sich fort. Wir Frauen im DGB fordern Vorfahrt für Gleichstellung: Frauen wollen ein Existenz sicherndes Einkommen. Sozialversicherungspflichtige Arbeit muss Vorrang haben vor einer Ausweitung von Niedriglohn und Minijobs. Wir brauchen einen Mindestlohn, der deutlich über der Armutsgrenze liegt und bestehende tarifliche Regelungen berücksichtigt. Wir brauchen endlich einen gesetzlichen Rahmen für die Gleichstellung von Frauen in der privaten Wirtschaft. Wir fordern ein Elterngeld orientiert am Einkommen des Elternteils, der die Elternzeit in Anspruch nimmt. Nur so wird Elterngeld ein echter Beitrag zur Gleichstellung. Bund, Länder und Kommunen müssen endlich flächendeckende Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder aller Altersstufen schaffen.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Hilmar Höhn, Leiter, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060324
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

