Pressemitteilung | Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V. (BdKEP)
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GPD erhebt Kartellbeschwerde gegen die Deutsche Post AG in Brüssel

(Hamburg) - Global Press Distribution GmbH (GPD), Mörfelden-Walldorf, hat bei der Europäischen Kommission Beschwerde gegen die Geschäftsgebaren der Deutschen Post AG (DPAG) erhoben. Nach Auffassung von GPD versucht die DPAG unter Einschaltung eines sogenannten Systempartners wie auch direkt mit gezieltem Preisdumping wichtige Verlagskunden der GPD zur Rückkehr zur DPAG zu bewegen, nachdem diese zuvor von der DPAG-Beteiligungsgesellschaft Güll in Lindau (51 Prozent DPAG, 49 Prozent Burda Media)zu GPD abgewandert waren. Nach Rechtsauffassung der GPD verletzen die DPAG und ihr Systempartner damit Artikel 81 und 82 des EG-Vertrages, in denen die Grundlagen des europäischen Kartellrechts europaweit verbindlich festgelegt sind.

Global Press Distribution ist für namhafte deutsche Verlage als Vertriebspartner tätig, um europaweit und weltweit die Auslandsabonnenten unter Einschaltung europäischer Postgesellschaften zu bedienen. Das damit einhergehende Vordringen von Markterfolgen europäischer Postgesellschaften im deutschen Postmarkt will die DPAG nach Meinung der GPD schon im Anfangsstadium unterbinden.

Dazu passen aktuelle Informationen aus dem betreffenden Geschäftsfeld der DPAG, die der GPD vorliegen, wonach die DPAG in diesem Jahr versuchen will, die Großkunden von GPD zurückzugewinnen. In zumindest einem Fall sind diese Aktivitäten bereits angelaufen. GPD vermutet, dass die DPAG GPD mit gezieltem Preisdumping aus dem Markt drängen will, um die Wiederherstellung und Verfestigung monopolartiger Strukturen zu sichern. Die DPAG unterbietet über einen Systempartner ihre eigenen Preise bis zu 40 Prozent, um Kunden der GPD abzuwerben. GPD vertritt die Ansicht, dass dieses Preisdumping der DPAG letztendlich von der Vielzahl kleiner und mittlerer Verlage und damit auch von deren Abonnenten finanziert werden muss, die gezwungen sind, als Vollzahler die offiziellen Dienstleistungen der DPAG nach deren „AGB Presse & Buch International“ in Anspruch zu nehmen, denn in den Vorteil der niedrigen Preise des Systempartners kommen nicht alle Verlagskunden, sondern nach dem Eindruck von GPD nur die Verlagskunden von GPD oder Verlage, die wechselwillig sind. Dies soll Brüssel nun nach dem Willen von GPD in einem Kartellverfahren untersuchen.

Karl-Heinz Schröder, geschäftsführender Gesellschafter der GPD: „Die DPAG versucht, mit Güll, Lindau, ein Geschäftsmodell am Leben zu erhalten, das sich meines Erachtens schon aus logistischen Gründen überholt hat.“

Das Vorgehen der DPAG, wie es GPD in seiner Beschwerde darlegt, gefährdet darüber hinaus mehr als 20 qualifizierte Arbeitsplätze am Firmensitz Mörfelden-Walldorf.

GPD appelliert zusammen mit dem Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V. (BdKEP) an die Verlage, verstärkt auf die mittel- bis langfristigen Wettbewerbsauswirkungen beim Preis-Leistungs-Wettbewerb der Mitbewerber der DPAG zu achten. Kurzfristige Preisentscheidungen für Sonderangebote des Marktbeherrschers, die den Wettbewerb einschränken, führen auf Dauer zu einer Verteuerung der Beförderungslogistik. Dies betrifft die Briefzustellung ebenso wie die alternative Zustellung von Presseerzeugnissen, sonstigen Druckerzeugnissen, Warensendungen und Paketen. Nur wenn im aufkommenden Wettbewerb auch mittelständischen Unternehmen die vom Gesetz vorgesehenen Chancen gegeben und wettbewerbswidrige Strategien der Marktbeherrscher konsequent abgestellt werden, profitieren auf lange Sicht alle Verlage und Verbraucher.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V. (BdKEP) Pressestelle Steenwisch 23, 22527 Hamburg Telefon: (040) 4303374, Telefax: (040) 4301490

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