"Große Chance vergeben" / GdW kritisiert unzureichende Wirkung des Konjunkturpakets II / Vorschläge der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft blieben unberücksichtigt
(Berlin) - Im Nachgang zum gestrigen (22. April 2009) Konjunkturgipfel im Kanzleramt zeigte sich GdW-Präsident Lutz Freitag enttäuscht über das Ergebnis des Gesprächs über das Konjunkturpaket: Die Vorschläge der Wohnungs- und Immobilienbranche im Vorfeld der Programmentwicklung seien nicht berücksichtigt worden. Auch der gestrige (22. April 2009) Gipfel habe nichts daran geändert. "Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ist eine Branche mit sehr großer volkswirtschaftlicher Bedeutung", mahnte der GdW-Präsident. Immerhin seien 18,6 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung von der Immobilienwirtschaft direkt erbracht oder indirekt bewirkt worden. "Indem die Bundesregierung die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft beim Konjunkturpaket II bisher außen vor gelassen hat, vergibt sie die große Chance, diesen Wirtschaftssektor als Konjunkturstütze zu nutzen", kritisierte Freitag.
Wohnungswirtschaftliche Investitionen lösen weitaus größere Multiplikatoreffekte aus, als dies in anderen Bereichen der Fall sei. So können beispielsweise bei der Wohngebäudesanierung im Rahmen der Stadt- und Quartiersentwicklung mit vergleichsweise geringen Fördermitteln enorme Investitionen in Gang gesetzt werden. Dies hätte nennenswerte Effekte auch bei der Beschäftigung auf den lokalen Arbeitsmärkten zufolge. Weitere positive Konjunkturimpulse wären mit ermäßigten Mehrwertsteuersätzen zu erreichen, wie sie von der EU vorgesehen wurden. "Dies wären wichtige Bausteine für starke wohnungswirtschaftliche Impulse zur Förderung der Konjunktur", erklärte Freitag. Zudem wäre es zwingend erforderlich, auch Wohnungsunternehmen in das Kredit- und Bürgschaftsprogramm des Konjunkturpakets II einzubeziehen. Letztlich mache die Finanzmarktkrise auch vor der Wohnungswirtschaft nicht halt. Zwar verfüge die Branche über stabile Mieteinnahmen sowie ein langfristiges Geschäftsmodell; es sei aber nicht auszuschließen, dass geplante neue Projekte oder Bestandsmodernisierungen sowie erforderliche Umfinanzierungen aufgrund fehlender Finanzierungspartner oder verschlechterter Finanzierungskonditionen zurückgestellt oder aufgegeben werden müssten, so der GdW-Präsident.
Quelle und Kontaktadresse:
GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.
Katharina Burkardt, Pressesprecherin
Mecklenburgische Str. 57, 14197 Berlin
Telefon: (030) 824030, Telefax: (030) 82403199
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