Große Koalition macht sich unglaubwürdig / BAföG soll Ende 2008 nur um fünf Prozent steigen / Bundesregierung muss kräftig nachlegen
(Frankfurt am Main/Berlin) - Die Große Koalition macht sich unglaubwürdig, wenn sie wie geplant das BAföG erst Ende 2008 um lediglich fünf Prozent anhebt, kritisierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Großkoalitionäre sabotieren ihr angepeiltes Ziel, die Akademikerquote auf 40 Prozent zu erhöhen, wenn sie Bedarfssätze und Freibeträge nicht drastisch anheben. Ohne ein verbessertes BAföG wird es in Deutschland weniger und nicht mehr Akademiker geben. Ein Fachkräftemangel ist vorgezeichnet, sagte das für Hochschule zuständige GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller mit Blick auf den Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2008. Die Zielmarke habe der BAföG-Beirat der Bundesregierung festgeschrieben: Nach sechs Nullrunden müssten die Bedarfssätze um 10,3, die Freibeträge um 8,7 Prozent angehoben werden. Dahinter dürfe die Regierung nicht zurückfallen.
Die im Etat vorgesehene BAföG-Erhöhung liege weit unterhalb dessen, was Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und SPD-Fraktionschef Peter Struck bereits vollmundig angekündigt haben. Die Große Koalition steht im Wort. Bei den Haushaltsverhandlungen im Bundestag muss Schwarz-Rot kräftig nachlegen, unterstrich Keller. Er betonte, dass schon heute junge Menschen aus einkommensschwachen Familien faktisch vom Hochschulbesuch ausgegrenzt seien. Von 100 Akademikerkindern schafften 83 den Hochschulzugang, dagegen nur 23 von 100 Kindern aus Familien ohne akademische Tradition. Viele Jahre sei das BAföG Strickleiter für den sozialen Aufstieg hunderttausender Arbeiterkinder gewesen, nun droht diese Leiter zu reißen. Wenn Deutschland mehr Studierende will, benötigen wir eine soziale Öffnung der Hochschulen.
Schwarz-Rot muss dem Vorschlag seines Experten-Rats folgen und das BAföG spürbar erhöhen, sagte Keller.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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