Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
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Grundlegende Probleme werden nicht gelöst / BLLV-Präsident Klaus Wenzel reagiert enttäuscht auf Regierungserklärung: "Viele kleine Schritte, aber kein großer schulpolitischer Wurf"

(München) - Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, hat enttäuscht auf die heutige (26. März 2009) Regierungserklärung von Kultusminister Spaenle reagiert: "Ich erkenne viele kleine Schritte, die den schulischen Alltag erleichtern können, die grundlegenden Probleme lösen sie jedoch nicht. Der große schul- und bildungspolitische Wurf ist ausgeblieben. Ziel muss eine Schulpolitik sein, in der der Bildungsauftrag ernst genommen und der Sortierauftrag vernachlässigt werden darf." Noch immer hängt Bildung vom Einkommen der Eltern ab, weil zu wenig individuell gefördert wird, noch immer hinken die Ganztagsangebote dem Bedarf weit hinterher und noch immer herrscht an den Schulen ein Lern- und Leistungsverständnis, das ausschließlich auf Noten und Berechtigungen fixiert ist. "Ich habe den Eindruck, der Kultusminister verliert sich in zahlreichen Details, ohne dass sich dabei an den Schulen etwas grundsätzlich verbessert. Inzwischen herrscht eine solche Fülle von Einzelmaßnahmen, die nur noch schwer zu durchschauen ist und die Lehrerschaft extrem belastet." Lobend äußerte sich der BLLV-Präsident zu den angekündigten 2700 zusätzlichen Planstellen und den neuen Beförderungsmöglichkeiten.

Spaenle kündigt zwar an, `jedem einzelnen Kind möglichst entsprechend seiner Begabung die optimale Förderung zuteil werden zu lassen und den Zugang zu den entsprechenden Ausbildungswegen zu eröffnen´ - gleichzeitig hält er aber an einem ungerechten Schulsystem fest, das Kinder zu früh sortiert und Bildungswege zementiert. Kinder haben keine per Geburt festgelegte Begabung. "Es muss in der Schule des 21. Jahrhunderts darum gehen, Entwicklungspotentiale jedes einzelnen Kindes zu entfalten." Das neue Übertrittsverfahren bezeichnete Wenzel als kontraproduktiv, "weil es den Druck erhöht und nicht reduziert. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Qualität des Gymnasiums reduziert und die Hauptschule zum Abschuss frei gegeben wird."

Wenzel bedauerte, dass Spaenle auch bei der Regionalen Schulentwicklung (RSE) zurückrudert: "Hier hat der Kultusminister sowohl bei vielen Kommunalpolitikern als auch bei zahlreichen Lehrerinnen und Lehrern große Erwartungen geweckt, die er nun offensichtlich nicht erfüllen will." Nach hoffnungsvollen Ankündigungen wurden jetzt Bedingungen für eine Kooperation für Haupt- und Realschulen festgelegt, die den ländlichen Schulen in keiner Weise weiterhelfen und Schulschließungen nicht verhindern. Sie haben nichts mehr gemein mit den Vorstellungen des BLLV zur Regionalen Schulentwicklung. Ein weiterer Hauptschulkongress im Sommer wird nach diesen Vorgaben diese Probleme nicht lösen."

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Pressestelle Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155

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