Gute Argumente für die Mitbestimmung
(Düsseldorf) - Gute Argumente für die Mitbestimmung haben rund 1000 Teilnehmer der Aktion PRO MITBESTIMMUNG heute in Berlin zu einem Mosaik zusammengetragen. Am Bahnhof Friedrichstraße legten sie Hunderte Kacheln mit persönlichen Botschaften zu dem Schriftzug Pro Mitbestimmung. Aufsichtsräte, Betriebsräte, Politiker, Wissenschaftler und Vertreter der Gewerkschaften aus ganz Deutschland waren dem Aufruf der Hans-Böckler-Stiftung gefolgt. Sie protestierten gegen die Bestrebungen der Arbeitgeberverbände, Mitbestimmung im Aufsichtsrat abzubauen und Betriebsratsrechte einzuschränken.
Eine Kachel für die Mitbestimmung trug auch der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering bei. Er erneuerte auf der Veranstaltung das Bekenntnis seiner Partei, die Mitbestimmung in ihrer heutigen Form beizubehalten und erteilte den Forderungen der Wirtschaftsverbände eine deutliche Absage. Das ist ein Angriff auf unsere Demokratie, so Müntefering. Das ist mit uns nicht zu machen. Grünen-Chef Reinhard Bütikofer machte deutlich, dass die rot-grüne Regierungskoalition hinter der Mitbestimmung steht. Ohne engagierte Arbeitnehmer kann eine moderne Wirtschaft nicht funktionieren.
DGB-Chef Michael Sommer warb für mehr Mitbestimmung auf europäischer Ebene: Wir müssen dafür sorgen, dass Europa auch ein Europa der Arbeitnehmer wird. Die Mitbestimmung habe mitgeholfen, aus der deutschen Wirtschaft einen Exportschlager zu machen. Wer das nicht einsieht, schadet sich letzten Endes selbst.
Aus der Praxis der Unternehmensmitbestimmung berichteten Thomas Schlenz, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der ThyssenKrupp AG, und Martin Martiny, Arbeitsdirektor der Vattenfall Europe AG: Die Zusammenarbeit hat sich bewährt.
Man darf die Dämme nicht einreißen in der Hoffnung, die Flut habe Vernunft angenommen, schrieb Sommer auf seine Mosaik-Kachel. Mitbestimmung ist moderner als ihre Verächter, titelte der Grünen-Chef. SPD-Chef Müntefering formulierte: Keiner Herr, keiner Knecht gleiche Augenhöhe!
Auch in der Bevölkerung findet die Mitbestimmung eine breite Unterstützung. In eine Umfrage des Bielfelder Meinungsforschungsinstituts TNS-EMNID antworteten 87 Prozent der Befragten, dass sie die Mitbestimmung für notwendig halten. 74 Prozent sehen in ihr einen Standortvorteil. Dass es sich bei der Mitbestimmung keineswegs um ein singuläres, deutsches Phänomen handelt, belegt die Tatsache, dass die Mitbestimmung in 18 der 25 EU-Länder existiert.
Quelle und Kontaktadresse:
Hans-Böckler-Stiftung
Hans-Böckler-Str. 39, 40476 Düsseldorf
Telefon: 0211/77780, Telefax: 0211/7778120
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
- Rechtswissenschaftler: OT-Mitgliedschaft in Arbeitgeberverbänden ist juristisch fragwürdig und sollte eingeschränkt werden
- Arbeitszeit: Viel Flexibilität durch Zusammenspiel von Gesetz und Tarifverträgen
- Deutsche Schuldenquote könnte durch Kredite für Verteidigung bis 2050 auf fast 100 Prozent steigen – gezielte Steuerfinanzierung sinnvoller
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

