Gutes Jahr und gute Aussichten für Metall- und Elektro-Industrie in Hessen: M+E-Unternehmen klar auf Kurs Zukunftssicherung / Mehr Investitionen und Innovationen geplant / Konzentration auf Wachstumstreiber Auslandsgeschäft
(Frankfurt am Main) - Heute die Innovationen von morgen anpacken das ist die Herausforderung 2007 und die klare Botschaft unserer Unternehmen, sagte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Hessen Metall, bei der Vorlage der traditionellen Herbstumfrage der Metall- und Elektro-Industrie in Hessen. An dieser Erhebung beteiligten sich 251 Unternehmen mit 110.000 Beschäftigten und damit rd. die Hälfte der mit 50 Mrd. Jahresumsatz größten Industrie in Hessen. Die wirtschaftliche Lage wurde als deutlich verbessert eingeschätzt, vor allem wegen des Auslandsgeschäfts. Hier liege auch die Zukunft des Wachstums der hessischen M+E-Industrie. Voraussetzung dafür sei systematische Innovation. 40 Prozent der befragten F&E-aktiven Unternehmen haben sie und wollen sie weiter verstärken, indem sie sowohl ihr Personal als auch ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung aufstockten. Damit ist die hessische M+E-Industrie klar auf Kurs Zukunftssicherung. Die auf Produkte zielende Innovation steht für zwei Drittel unserer Unternehmen im Vordergrund. Immerhin 39 Prozent wollen aber auch zusätzlich durch Prozessinnovationen mehr dauerhafte Technologieführerschaften weltweit etablieren. Diese Zukunftssicherung hat für unsere Mitgliedsunternehmen Vorrang bei der Gewinnverwendung, fasste Fasbender zusammen.
Die M+E-Industrie habe ihre Konsolidierungs-Hausaufgaben gemacht und seit vielen Jahren endlich wieder ein gutes Jahr. Mehr als zwei Drittel halten ihre Lage für gut, 31 Prozent für befriedigend, ergänzte Dr. Helmut Rau, Geschäftsführer Tarif bei Hessen Metall. Die Auftragsbücher seien voll: ein Plus von 8,3 Prozent im dritten Quartal. Die Umsätze seien deutlich gestiegen: plus 6,3 Prozent im 3. Quartal. Auch die Ertragslage bewerteten die Unternehmen als verbessert: Für 31 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen sind die Erträge besser als im Frühjahr 2006 ausgefallen, für 57 Prozent unverändert. Und die Investitionen zögen an: Bei 69 Prozent der M+E-Unternehmen bewegten sich ihre Nettoinvestitionen auf dem gleichen Niveau wie im Frühjahr 2006. Knapp 26 Prozent haben ihre Investitionen sogar noch steigern können. Deutlich zugelegt haben mit 12 Prozent die beschäftigungswirksamen Erweiterungsinvestitionen. Im Durchschnitt des dritten Quartals 2006 sind mit 223.580 Personen um 1,5 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres beschäftigt gewesen. Allerdings konnte der Beschäftigungsabbau im 3. Quartal im Vergleich zum Vorjahr gestoppt werden.
Die Unternehmen sehen zuversichtlich in die kommende Jahreshälfte trotz der vorhersehbaren Risiken wie Erhöhung der Mehrwertsteuer, der Rentenbeiträge und der Preise bei Energie und Rohstoffen. Für das kommende Halbjahr rechneten 68 Prozent der Unternehmen mit einer vergleichbaren Geschäftslage. 21 Prozent gehen sogar von einer Verbesserung aus. Für das kommende halbe Jahr rechnen fast 35 Prozent der Unternehmen noch mit steigenden, mehr als die Hälfte mit gleich bleibenden Umsätzen. Im Quartalsdurchschnitt liegt die Exportquote der Branche in Hessen bei 48 Prozent. Die Schwerpunkte der Exporte liegen mit fast der Hälfte in EU-Europa, gefolgt von 16 Prozent in Asien, 15 Prozent im übrigen Europa und 14 Prozent in Nordamerika. Zwei Drittel der Unternehmen rechnen für das kommende Halbjahr damit, dass ihre Ertragssituation gleich bleiben wird. 19 Prozent gehen von eher steigenden Erträgen aus. Seit dem Frühjahr 2006 ist es bei den beteiligten M+E-Unternehmen zu einem Beschäftigungszuwachs von 1,6 Prozent gekommen. Im kommenden rechnen die Unternehmen mit einem leichten Beschäftigungsrückgang um 0,4 Prozent. Ein Drittel der M+E-Unternehmen profitiert noch nicht ausreichend von der verbesserten Ertragsentwicklung. Diese differenzierte Entwicklung erfordert Differenzierung bei der Verwendung sowohl bei der Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg als auch bei der Zukunftssicherung. 1.750 Arbeitsplätze mehr im 3. Quartal das ist eine gute Botschaft aus der M+E-Industrie in Hessen. Die Skepsis der Unternehmen für das kommende halbe Jahr mahnt aber auch zur Vorsicht bei der kommenden Tarifrunde. Eine moderate Basiserhöhung und eine auf die gute Konjunktur abzielende Einmalzahlung dürften hier der Erfolg versprechende Weg sein, resümierte Fasbender.
Die gestiegene Investitionsbereitschaft sei aber beste Botschaft aus der Herbstumfrage. Zeige sie doch die Trendwende in der M+E-Industrie von der Gegenwartsbewältigung zur Zukunftssicherung. Für das kommende Halbjahr gehen 30 Prozent von einem steigenden Investitionsniveau aus. Mehr als drei Viertel der beteiligten M+E-Unternehmen geben an, dass sie im Bereich der Forschung und Entwicklung (FuE) aktiv sind. Dabei liegt mit 64 Prozent ein deutlicher Schwerpunkt bei neuen Produkten oder Design. Aber auch die Entwicklung von neuen Verfahren spielt mit immerhin 39 Prozent eine sehr wichtige Rolle. Der Anteil des FuE-Personals an der Gesamtbelegschaft liegt nach Aussage der beteiligten Unternehmen bei 8 Prozent: Immerhin 40 Prozent der Unternehmen beschäftigen seit dem Frühjahr mehr FuE-Mitarbeiter, 38 Prozent planen eine weitere Aufstockung. Alle Indikatoren der Zukunftssicherung zeigen nach oben. Dies gibt Hoffnung, dass durch eine weitere Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit auch wieder mehr Arbeitsplätze in der M+E-Industrie entstehen, so Rau.
Quelle und Kontaktadresse:
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU)
Heike Krasemann, Referentin, Pressestelle
Emil-von-Behring-Str. 4, 60439 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 95808-0, Telefax: (069) 95808-126
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