Pressemitteilung | BGA - Bundesverband GroĂźhandel, AuĂźenhandel und Dienstleistungen e.V.
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Handel profitiert von gegenwärtiger Wachstumsdynamik – Aufschwung reißt 2007 ab

(Berlin) - „Das erste Halbjahr 2006 hat der Stimmung in Deutschland gut getan. Nicht nur im Fußball. Auch die Wirtschaft zeigte sich zuversichtlicher. Dies hatte seinen Grund: Nachdem Deutschland über drei Jahre lang wie kein anderes Land von einer dynamischen Außenwirtschaft profitiert hat mit einem Außenhandelsüberschuss von insgesamt 447 Milliarden Euro, ist der Aufschwung endlich auch in der Binnenwirtschaft angekommen.“ Dies erklärt BGA-Präsident Anton F. Börner bei der Vorstellung der Ergebnisse des BGA-Großhandels-Indikators sowie seiner jüngsten Unternehmensbefragung.

Der BGA-Großhandelsklima-Indikator, ein Maßstab für die im Lande herrschende Wachstumsdynamik, erreichte Anfang Juli seinen nahezu höchsten Wert (121,2 Punkte). Einzig im Boom-Jahr 2000 hatte er auf einem höheren Niveau gelegen (123,4 Punkte). Während die Unternehmen ihre Geschäftslage (124,7 Punkte) so positiv bewerten wie nie zuvor, haben sich die Erwartungen verschlechtert (von 119,3 auf 117,8 Punkte).

Nach einem überdurchschnittlichen Umsatzwachstum im ersten Halbjahr erwartet der BGA daher, dass sich die Großhandelskonjunktur abschwächen und der Wirtschaftszweig seine Umsätze im Jahr 2006 insgesamt um nominal 6,6 Prozent und preisbereinigt um 3,6 Prozent steigern wird. Die Beschäftigtenzahlen nahmen erstmals seit langer Zeit wieder zu. Insgesamt rechnet der BGA mit knapp 8.000 neuen Jobs im laufenden Jahr. „Als Schnittstelle zu Industrie, Handwerk, Einzelhandel und Gastronomie, profitiert der Großhandel von der gegenwärtigen Wachstumsdynamik in Deutschland, die ihren Höhepunkt allerdings im zweiten Quartal bereits überschritten hat“, so Börner.

Gesamtwirtschaftlich erwartet der BGA im laufenden Jahr ein Plus von 1,8 Prozent. In 2007 werde der Aufschwung abreißen mit einem erwarteten BIP-Zuwachs von maximal 1,2 Prozent. Verantwortlich dafür seien verschiedene Faktoren wie die sich abschwächende Expansion der Weltwirtschaft, hohe Rohstoffpreise und steigende Zinsen. „Die kräftigsten Dämpfer für die deutsche Konjunktur in 2007 sind jedoch hausgemacht und kommen von der Finanzpolitik. Die Steuer- und Abgabenlast wird für Bürger und Unternehmen im Zuge der Mehrwertsteuererhöhung und aufgrund steigender Renten- und Krankenversicherungsbeiträge im kommenden Jahr merklich zunehmen“, warnt Börner. Diese Erhöhungen würden die gerade wieder aufkeimende private Nachfrage abwürgen. Der positive Effekt niedrigerer Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werde durch die Mehrwertsteuererhöhung überkompensiert.

„Die ‚Koalition der Möglichkeiten’ schöpft ihr Potenzial bei weitem nicht aus. 82 Prozent der Unternehmen sehen sich nach knapp einem Jahr Regierungsarbeit nicht besseren Rahmenbedingungen gegenüber. Die Wirtschaft droht ins Stocken zu geraten, wenn den massiven Belastungen aus den jüngsten Steuerbeschlüssen nicht klare Perspektiven auf Entlastungen folgen.

„Es ist ökonomisch nicht nachvollziehbar, wenn man in einem Land mit anhaltend niedrigen Wachstumsraten Investitionen verteuert“, so Börner mit Blick auf die geplante Besteuerung von Kosten wie Zinsen und Mieten. Sehr negative Auswirkungen habe dies insbesondere für die Unternehmen, die nicht kurzfristig in der Lage seien, Fremdkapital durch Eigenkapital zu ersetzen. Das seien alle Unternehmen bis zu mittlerer Bonität, immerhin 83 Prozent des deutschen Mittelstandes mit rund 25 Millionen Arbeitsplätzen. „Logische Folge dieser Steuerpolitik ist die Zunahme des Konzentrationsprozesses mit einem drastischen Abbau von Arbeitsplätzen“, warnt Börner.

Nicht nur die Unternehmensteuerreform ist aus Sicht der Wirtschaft dringend notwendig. Auch am Arbeitsmarkt müssten die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden. Hingegen wird der Kombilohn nicht die Lösung bringen bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Niedriglohnsektor. 70 Prozent der Unternehmen würden in der jetzigen Situation auch dann keine Stellen im Niedriglohnsektor schaffen, wenn diese bezuschusst würden. Die Einführung eines tariflich fixierten Mindestlohns würde bei 24 Prozent der Unternehmen in Ostdeutschland zur Vernichtung von weiteren Arbeitsplätzen führen.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels e.V. (BGA) André Schwarz, Geschäftsführer, Öffentlichkeitsarbeit Am Weidendamm 1a, 10117 Berlin Telefon: (030) 590099521, Telefax: (030) 590099539

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