Handlungsanleitung für die Politik
(Frankfurt am Main) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die positiven Ansätze in dem Abschlussbericht der Expertenkommission zur "Finanzierung Lebenslangen Lernens" gelobt. "Das Gutachten ist eine gute Vorlage. Jetzt muss die Politik die vorwärtsweisenden Vorschläge schnell aufgreifen und ein Handlungskonzept entwickeln", erklärte Ursula Herdt, für berufliche Bildung und Weiterbildung verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, am Mittwoch in Frankfurt a.M.. Besonders wichtig sei das Bekenntnis der Kommission zu einem "Bildungsförderungsgesetz" und dessen erster Stufe "Erwachsenenbildungsförderungsgesetz".
"Die GEW unterstützt die Forderung der Kommission nach einem, Erwachsenen-BAFöG'. Nicht nur Manager haben das Recht auf lebenslanges Lernen", sagte Herdt. "Wir müssen viel stärker als bisher Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen, Arbeitslose, Alleinerziehende und Migranten für die Weiterbildung gewinnen. Sie brauchen diese Qualifikationen als Grundlage, um sich in Gesellschaft und Beruf zu integrieren. Ohne ein solides finanzielles Unterstützungssystem bleibt dieses Ziel aber Makulatur. " Auch das Nachholen von Schul-, Hochschul- und Berufsabschlüssen im Sinne einer "zweiten Chance" sei ein sinnvolles "Schlüsselelement" für ein Konzept "Lebenslangen Lernens".
Herdt verstärkte die Forderung der Kommission, die von der öffentlichen Hand für die Weiterbildung bereit gestellten Mittel zu erhöhen. "Problematisch sei allerdings, auch die Weiterbildungsteilnehmer noch stärker in die Pflicht zu nehmen. "Weiterbildung kostet den Einzelnen schon jetzt viel Geld. Noch höhere Beiträge schrecken ab", betonte die GEW-Sprecherin. "Die individuelle Verantwortung für die Mitfinanzierung von Weiterbildung darf nicht zum Einfallstor für eine zusätzliche Belastung der Teilnehmer werden."
Herdt kritisierte, dass die Kommission im Bereich der von der Arbeitsverwaltung geförderten beruflichen Weiterbildung nicht deutlich Farbe bekannt habe. "Die Branche befindet sich im freien Fall. Über 20.000 Arbeitsplätze sind bereits verloren gegangen, weitere werden zurzeit abgebaut", sagte die Gewerkschafterin. "Das Angebot wird zusammengestrichen. Die Qualität bleibt aus Kostengründen auf der Strecke. Insbesondere Langzeitarbeitslose erhalten keine Fördermaßnahmen mehr, ihnen bleibt damit der Weg zurück in den Beruf verschlossen. Wir brauchen ein deutliches ,Ja' zur Finanzierung der beruflichen Weiterbildung auch aus Steuergeldern.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt
Telefon: 069/78973-0, Telefax: 069/78973-201
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