Handwerk: Optimistisch wie schon lange nicht mehr
(Stuttgart) - Baden-Württembergs Handwerker betrachten die Konjunktur so optimistisch wie schon lange nicht mehr. Der kräftige Aufschwung seit 2005 hat sich im 4.Quartal nicht nur fortgesetzt, der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) meldet sogar den höchsten Stand seines Konjunkturbarometers.
Spezielle Auslöser für den Schub des letzten Quartals waren Vorzieheffekte wegen der anstehende Mehrwertsteuererhöhung und der milde Winter. Parallel dazu stützten eine weiterhin stabile Baunachfrage, starke Inlandsinvestitionen, insbesondere bei den Ausrüstungen, sowie die erhöhte Konsumnachfrage den Aufschwung. Dies teilte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle auf der Basis der Quartalsumfrage des BWHT unter tausend Handwerksbetrieben mit. Der gewöhnlich saisonal bedingte Rückgang im Winterquartal blieb aus und kehrte sich sogar um. Der BWHT-Konjunkturindikator, der die Geschäftslage im Handwerk widerspiegelt, erreichte mit 52 Punkten ein Allzeit-Hoch und lag 19 Indexpunkte über dem Vorjahresquartal.
Die Indikatoren wie Umsatz, Betriebsauslastung und Auftragsbestand stiegen in fast allen Handwerksgruppen. Möhrle: Selbst die Investitionen, die in den letzten Jahren nur verhalten getätigt wurden, zogen spürbar an. Die Dynamik in der Konjunktur lege deutlich zu. Dies unterstreiche auch das mit 51 Punkten (2005: 38 Punkte) sehr hohe Niveau der Geschäftserwartungen. Möhrle geht davon aus, dass der positive Trend von der Mehrwertsteuererhöhung im ersten Halbjahr 2007 nicht ausgebremst wird.
Die Geschäftslage verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum am deutlichsten beim Dienstleistungs- und Bauhandwerk. Der Konjunkturindikator stieg beim Dienstleistungshandwerk auf 42 (+40) und beim Baugewerbe von 24 auf 60 (+36). Aber auch das Ausbau- (+21), das Kraftfahrzeug- (+15) und das Nahrungsmittelhandwerk (+10) wiesen eine deutlich verbesserte Lage auf. Lediglich im Gesundheitshandwerk entwickelt sich die Konjunktur weiterhin zögernd (+2).
Das Bau- und Ausbauhandwerk stabilisierte sich auf dem hohen Niveau der Vormonate. Die Betriebe konnten ihre Umsatzlage gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich steigern und auch die Betriebsauslastung nahm zu. Die Auftragsreserven konnten trotz der für ein Winterquartal starken Bautätigkeit sogar noch zulegen. So ging das Bauhandwerk mit einer Auftragsreserve von 7,5 Wochen (4/2005: 6,5) und das Ausbauhandwerk mit 6,9 Wochen (4/2005: 6,4) ins neue Jahr.
Die steigenden Ausrüstungsinvestitionen sind auch die Grundlage für die gute Geschäftslage beim Handwerk für den gewerblichen Bedarf. Auch beim Kraftfahrzeughandwerk hellte sich die Lage durch steigende Neuzulassungen sowie das Wintergeschäft im Werkstattbereich auf. Die Umsätze stiegen gegenüber dem Vorjahresergebnis deutlich, Betriebsauslastung und der Auftragsbestand erhöhten sich. Nahrungsmittelhandwerk und Dienstleistungshandwerk profitierten von der vor allem in der Vorweihnachtszeit gestiegenen Konsumnachfrage der Verbraucher.
Die Politik habe in den letzten Monaten einiges für die Binnenkonjunktur getan, betonte Möhrle, nun komme es darauf an, den wirtschaftlichen Aufschwung zu stabilisieren und konsequent die geplanten Reformen im Bereich Steuern, Gesundheit, Arbeitsmarkt und Bürokratie umzusetzen und so zur Entlastung der Betriebe beizutragen. Um die Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung abzumildern, erneuerte Möhrle seinen Vorschlag, den bestehenden Steuerbonus auf handwerkliche Arbeitsleistungen auf 1.000 Euro anzuheben, also auf 25 Prozent von 4.000 Euro (bisher 20 Prozent von 3.000 Euro).
Das Handwerk in Baden-Württemberg beschäftigt 760.000 Mitarbeiter in 125.000 Betrieben, bildet 56.300 junge Menschen aus und erwirtschaftet einen Umsatz von 63 Milliarden Euro.
Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag (BWHT)
Eva Hauser, Referentin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart
Telefon: (0711) 26 37 09-0, Telefax: (0711) 263709-100
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