Handwerkstag begrüßt direkten Hochschulzugang für Meister
(Stuttgart) - Diese Entscheidung war längst überfällig, kommentierte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle die angekündigte Änderung im Landeshochschulgesetz, das bisher noch die Bedingung einer mindestens vierjährigen Berufstätigkeit als Meister für den Hochschulzugang vorschreibt. Er freue sich, dass diese Einschränkung nun wegfalle.
Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) hatte sich in der Vergangenheit vehement gegen diese Benachteiligung der Berufsausbildung gegenüber der allgemeinen Bildung eingesetzt. Möhrle: Damit unterstreicht die Landesregierung, dass es ihr ernst ist mit der Gleichwertigkeit der Bildungswege. Denn generell sei der Weg zur Hochschule, wie ein aktueller EU-Report des Hochschul-Informationssystems belege, ohne das klassische Abitur nach wie vor schwierig. Während sich zum Beispiel in Schweden 36 Prozent der Studenten nicht über das Abi sondern über den Beruf zur Hochschulausbildung qualifiziert haben, seien dies in Deutschland nur fünf Prozent.
Mit Blick auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel unterstrich Möhrle: Auch das Handwerk braucht die Guten. Und begabte Jugendliche entschieden sich leichter für eine praktische Ausbildung, wenn klar sei, dass eine Berufsausbildung viele Türen öffne und die zu den Hochschulen nun endlich auch ohne zeitraubenden Umweg. Meister hätten eine anspruchsvolle Ausbildung hinter sich. Doch angesichts gestiegener Qualitätsanforderungen in Handwerk und Industrie könne es durchaus sinnvoll sein, nach der Meisterprüfung noch ein Studium aufzunehmen, um sich vertiefte betriebswirtschaftliche oder technische Kenntnisse anzueignen. Erfreulich sei auch, dass außerhalb des Hochschulsystems erworbene Kenntnisse künftig im Studium angerechnet werden könnten. In Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr rund 3.400 Handwerkerinnen und Handwerker ihre Meisterprüfung absolviert.
Positiv bewertete Möhrle in einer Stellungnahme an Wissenschaftsminister Frankenberg auch die beabsichtige Aufwertung der Berufsakademien als langjähriges baden-württembergisches Erfolgsmodell in eine Duale Hochschule. Diskussionsbedarf sieht das Handwerk allerdings noch bei den Zulassungsvoraussetzungen für diesen Bildungsweg. Möhrle sprach sich für eine Öffnung auch für Bewerber mit Fachhochschulreife aus. Bislang ist dies nur in Ausnahmefällen möglich, Regel ist das Abitur.
Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag (BWHT)
Eva Hauser, Referentin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart
Telefon: (0711) 26 37 09-0, Telefax: (0711) 263709-100
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