Pressemitteilung | (vzbv) Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
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Haushaltsgeräte: EU-Kommission muss irreführende Energiekennzeichnung beenden / Verbraucherzentrale Bundesverband fordert regelmäßige Aktualisierung von Energie-Labels

(Berlin) - Das effizienteste Produkt am Markt sollte künftig den Standard für die Energiekennzeichnung von Haushaltsgeräten setzen. Das fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Vorfeld eines EU-Treffens am 16. Oktober. Bei diesem will die Kommission mit Interessengruppen über die Energiekennzeichnung beraten. "Die Irreführung der Verbraucher muss ein Ende haben. Es muss klar erkennbar sein, welches Produkt am Markt das Beste ist", fordert Dr. Corinna Fischer vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Die Reform der Energiekennzeichnung soll nach Auffassung des Verbandes jedoch die bewährte Skala A bis G beibehalten. Diese wird von den Verbrauchern am Besten verstanden, wie eine aktuelle Studie belegt.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert von der EU-Kommission, die derzeitige statische Energiekennzeichnung durch ein dynamisches Modell zu ersetzen. Denn die Bewertungskriterien für ein Produkt der Klasse A stammen noch aus dem Jahr 1994. Die Folge: 99 Prozent der angebotenen Waschmaschinen sind heute mit einem A ausgezeichnet. Bei den Kühlgeräten wurde die Bewertungsskala um die Klassen A+ und A++ erweitert. Anstatt mehr Transparenz erreichte man eine Irreführung der Verbraucher. "Nach Schulnoten ist ein normales A-Gerät nicht einmal befriedigend. Die besten Geräte der Klasse A++ sind bis zu vierzig Prozent effizienter", kritisiert Dr. Corinna Fischer, Referentin für energieeffiziente Produkte und Normung im Verbraucherzentrale Bundesverband. Notwendig sei deshalb ein System, bei dem das energieeffizienteste Produkt den Standard vorgibt. Veraltete Geräte im Handel würden dann in regelmäßigen Abständen herabgestuft.

Verbraucher verstehen Kennzeichnung mit Buchstaben am Besten

Unabhängig davon fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband von der EU-Kommission, an einer Kennzeichnung entlang der Buchstaben A bis G festzuhalten. Diese wird von den Konsumenten am besten verstanden, wie eine gemeinsame Studie von europäischen Verbraucherorganisationen und britischen Regierungsstellen belegt: 95 Prozent der deutschen Verbraucher kennen demnach das A-G-Label. 78 Prozent finden diese Kennzeichnung verständlicher als eine entlang von Zahlen. In anderen europäischen Ländern sehen die Ergebnisse ähnlich aus.

Eine von Industrieverbänden geforderte Neugestaltung der Kennzeichnung hält der Verbraucherzentrale Bundesverband deshalb für kontraproduktiv. In der Diskussion ist eine nach oben offene Zahlenreihe. Eine "1" würde die schlechtesten Geräte kennzeichnen, eine "7", "8" oder "9" die besten. So könnten Hersteller jeweils eine höhere Zahl hinzufügen, wenn effizientere Geräte auf den Markt kommen. "Wenn ich einen Kühlschrank der Klasse 7 sehe, woher weiß ich, ob es nicht auch eine Klasse 8 oder 9 gibt?", kritisiert Fischer den Vorschlag. Die EU-Kommission hat einen Kompromissvorschlag vorgelegt, der Zahlen und Buchstaben kombiniert. Gut gemeint, stiftet der Vorschlag mehr Verwirrung als Orientierung. "Weniger ist mehr. Eine Kennzeichnung wird dann verstanden, wenn sie einfach aufgebaut ist", so Fischer.

Ausweitung der Energiekennzeichnung auf Fernseher geplant

Am 16. Oktober wird die EU-Kommission sich mit Interessengruppen über eine mögliche Neuregelung der Energiekennzeichnung austauschen. Schwerpunkt des Treffens werden jedoch Pläne der Kommission sein, die Kennzeichnung auf weitere Geräte, wie Fernseher, auszuweiten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt dieses Vorhaben.

Quelle und Kontaktadresse:
vzbv Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. Pressestelle Markgrafenstr. 66, 10969 Berlin Telefon: (030) 258000, Telefax: (030) 25800218

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