Pressemitteilung | Handelsverband Deutschland e.V. - Der Einzelhandel (HDE)

HDE rechnet im Einzelhandel mit einem Prozent Umsatzrückgang

(Berlin) - Auf seiner am 4. Juni in Berlin stattfindenden Jahrespressekonferenz gab der Haupverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) eine neue Prognose zum Einzelhandelsumsatz 2003 bekannt. Weitere Themen: die HDE-Umfrage zum Ladenschluss am Samstag und die Tarifpolitik. Dazu erklärte HDE-Präsident Hermann Franzen:

„Der private Verbrauch hat atypisch zugenommen und der Einzelhandel bei schwachem Konjunkturverlauf, wachsendem Konjunkturpessimismus, steigenden Öl- und Benzinpreisen und massiv zunehmender Arbeitslosigkeit in den letzten vier Monaten besser, im Sinne von weniger schlecht als erwartet abgeschnitten (Statistisches Bundesamt: minus 0,3 Prozent für Januar bis April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Aus heutiger Sicht ist es wahrscheinlich, dass die Einzelhandelsumsätze nominal in diesem Jahr nicht wie vom HDE zur Jahreswende prognostiziert um 1 ½ Prozent, sondern „nur“ um ein Prozent hinter dem Vorjahr zurückbleiben. Für den Einzelhandel bedeutet das nach dem schwarzen Jahr 2002 ein weiteres Jahr mit noch schlechteren Umsätzen. Der HDE geht davon aus, dass mehr als 30.000 Einzelhandelsgeschäfte das Jahr nicht überleben und nicht durch entsprechend gleich viele und gleichwertige neue ersetzt werden. Im Saldo wird die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte um etwa 15.000 zurückgehen. Für die Beschäftigung im Einzelhandel bedeutet das den Verlust von 30.000 Jobs.

Die bundesweite HDE-Umfrage zum Ladenschluss am Samstag hat gezeigt, dass 42 Prozent der Betriebe am Samstag länger als bis 16 Uhr öffnen. In den Cities, wo die Mehrzahl der Einzelhandelsgeschäfte ansässig ist und wo ein Großteil des Einzelhandelsumsatzes erzielt wird, öffnen 60 Prozent der Unternehmen länger. Nahezu 90 Prozent der Geschäfte werden bis 18 Uhr öffnen, bis 20 Uhr geöffnete Läden werden zumeist in den bevorzugten Einkaufsstraßen der Städte anzutreffen sein. Über drei Viertel der Betriebe koordinieren ihre Öffnungszeiten mit den umliegenden Geschäften.

In den laufenden Tarifverhandlungen geht es auch um die Frage der Ausgestaltung der so genannten Spätöffnungszuschläge. Hier darf die Chance, die neuen Ladenöffnungszeiten zu nutzen, nicht durch eine Verteuerung der Arbeit durch Zeitzuschläge in Größenordnungen von 50 oder 100 Prozent zunichte gemacht werden. Insgesamt brauchen wir angesichts der wirtschaftlichen Situation des Einzelhandels einen Lohn- und Gehaltsabschluss, der der Branchensituation Rechnung trägt. Tarifforderungen zwischen 3,5 Prozent und 7 Prozent passen nicht zu einer Branche, deren Unternehmen bereits jede Umsatzsteigerung im Null-Komma-Bereich als Trendwende feiert.“

Quelle und Kontaktadresse:
Hauptverband des Deutschen Einzelhandels e.V. (HDE) Am Weidendamm 1a, 10117 Berlin Telefon: 030/72 62 50-65, Telefax: 030/72 62 50-69

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