Heesen plädiert für mehr Tarife-Vielfalt in der Krankenversicherung
(Berlin) - Der dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen schlägt mit Blick auf die anstehende Gesundheitsreform mehr Tarife-Vielfalt vor. 'Die gesetzlichen wie auch die privaten Krankenkassen sollten den Versicherten eine größere Vielfalt an Tarifen anbieten', sagte Heesen der 'Berliner Zeitung' (Ausgabe vom 5. Januar 2006). Zugleich plädierte er für eine stärkere Eigenverantwortung der Versicherten. Heesen sprach sich für eine Grundversicherung aus, die durch Zusatzversicherungen ergänzt wird. Ferner müsse in der gesetzlichen Krankenversicherung die Versicherungspflichtgrenze gesenkt werden, damit sich mehr Menschen privat versichern können. Derzeit liegt diese bei 3.937,50 Euro monatlich.
Der dbb Chef lehnte sowohl die Pläne der SPD für eine Bürgerversicherung als auch die der Union für eine Kopfpauschale ab. Die Kopfpauschale benötige einen zu hohen Steuerzuschuss, argumentierte Heesen. Auch die Bürgerversicherung als Einheitsversicherung löse das Problem der Krankenkassen nicht. Inzwischen seien fast 90 Prozent aller Versicherten in den gesetzlichen Krankenkassen. Gleichwohl stiegen die Ausgaben und die Versicherungsbeiträge. „Die Beihilfe ist das absolut kostengünstigste Modell“, unterstrich Heesen. Er verwies dabei auf Modellrechnungen des Bundesinnenministeriums aus dem Jahr 2002. Darin wurden die Kosten für die Beihilfe für die aktiven Beamten auf jährlich rund 0,3 Milliarden Euro beziffert. Für die gesetzliche Krankenkasse müsste der Staat dagegen bei einem angenommenen Beitragssatz von 14,3 Prozent rund 0,75 Milliarden Euro zahlen.
Heesen sprach sich deshalb dafür aus, dass die privaten und gesetzlichen Krankenkassen den Versicherten eine größere Auswahl an Tarifen anbieten. In einem Grundtarif, der weiter zur Hälfte von Arbeitgebern und -nehmern bezahlt wird, sollte das medizinisch Notwendige versichert sein. „Medizinischer Luxus ist nicht nötig“, sagte Heesen. So könnten etwa Kuren nicht mehr vom Grundtarif abgedeckt sein. Dafür könne eine Zusatzversicherung absgeschlossen werden. „Ein solches System würde auch zu einem Mentalitätswechsel bei den Versicherten führen“, ist Heesen überzeugt. Versicherte würden sich stärker überlegen, wann sie die Krankenkassen in Anspruch nähmen.
Zudem hält der dbb Bundesvorsitzende einen Ausbau der Altersrückstellungen für erforderlich - ein Betrag, den bereits heute einige private Krankenkassen für die zukünftigen Kosten der Krankenversicherung des Versicherten erheben. „Diese Altersrückstellungen sollten auch in der gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt werden“, forderte Heesen. Dadurch erhielten Kassen und die Versicherten ein finanzielles Polster für die hohen Gesundheitskosten im Alter. In der privaten Krankenversicherung müssten die erworbenen Ansprüche auch bei einem Wechsel der Krankenkasse mitgenommen werden dürfen, sagte Heesen.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Beamtenbund e.V. Beamtenbund und Tarifunion (dbb)
Dr. Frank Zitka, Pressesprecher
Friedrichstr. 169-170, 10117 Berlin
Telefon: (030) 40815400, Telefax: (030) 40814399
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