Henke: Kommunale Arbeitgeber schaden ihren Kliniken / Urabstimmung der Krankenhausärzte beginnt
(Berlin) - "Es ist ordentlich Druck im Kessel". So beschreibt Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, die Stimmungslage der Ärztinnen und Ärzte an den kommunalen Kliniken. Von heute (28. April 2010) an bis zum 7. Mai, 8.00 Uhr, können die Mitglieder des Marburger Bundes darüber abstimmen, ob an den Krankenhäusern im Tarifbereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) Arbeitskampfmaßnahmen eingeleitet werden. "Die kommunalen Arbeitgeber haben diese Konfrontation heraufbeschworen. Wer nach drei Verhandlungsmonaten und fünf Verhandlungsrunden kein förmliches Angebot vorlegt, bleibt unverbindlich und lässt jeden Einigungswillen vermissen. Die starre Selbstbindung der Arbeitgeber an den Tarifabschluss für die kommunalen Amtsstuben und die mangelnde Bereitschaft, auf die spezifischen Belange der Ärzte einzugehen, hat am Ende all unsere Bemühungen um eine Verhandlungslösung zunichte gemacht. Deshalb müssen wir jetzt andere Wege beschreiten", betont Henke.
Die Bezahlung der Ärzte müsse der steigenden Arbeitsbelastung entsprechen, die vor allem durch höhere Fallzahlen und geringere Verweildauern von Patienten gekennzeichnet sei. "Die Forderung des Marburger Bundes nach besserer Bezahlung von Tages- und Nachtdiensten der Ärzte ist wirtschaftlich vertretbar und tarifpolitisch geboten. Bei Tausenden von unbesetzten Arztstellen müssten auch die Klinikarbeitgeber ein Interesse daran haben, die Wettbewerbsfähigkeit kommunaler Krankenhäuser zu erhalten", so der MB-Vorsitzende.
Immer häufiger bieten andere Krankenhausträger den Ärzten bessere Konditionen an als die kommunalen Kliniken. Allein in Hessen liegen schon 36 Kliniken über der aktuellen VKA-Entgelttabelle, wie der Marburger Bund Hessen ermittelt hat. Auch Ärzte im Medizinischen Dienst der Krankenversicherung erhalten deutlich mehr Gehalt als ihre Kollegen in den kommunalen Kliniken. Die Arbeitgeber müssten nun endlich die Zeichen der Zeit erkennen, fordert Henke. "Der Kurs der kommunalen Arbeitgeber führt direkt in den Zusammenbruch von Krankenhausabteilungen und von ganzen Krankenhäusern. Wer die Ärzte mit systematischer Unterbezahlung aus den Häusern treibt, der riskiert das Ausbluten der Häuser und schadet allen Beschäftigten."
Weitere Informationen zum Tarifbereich VKA (http://marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/unsere_themen/tarifpolitik/vka/Tarifrunde_2010/index.php).
Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
Hans-Jörg Freese, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin
Telefon: (030) 746846-0, Telefax: (030) 746846-16
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