Pressemitteilung | (BDI) Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
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Herbstumfrage BDI-Mittelstandpanel: Stimmung im Mittelstand trübt sich ein / Belastungen durch Rohstoffpreise und Euroaufwertung können bewältigt werden / Corporate Governance im Mittelstand noch keine gelebte Wirklichkeit

(Berlin) - „Industrieller Mittelstand und Familienunternehmen blicken weniger zuversichtlich in die Zukunft.“ So fasst Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender der BDI-Mittelstandsausschusses, die Ergebnisse der Herbstumfrage des BDI-Mittelstandspanels zusammen. Die befragten Unternehmen beurteilen die aktuelle Wirtschaftslage zwar mehrheitlich als gut. Aufgrund der verhaltenen Entwicklung der Binnennachfrage haben sich die Geschäftserwartungen der deutschen Industrieunternehmen für das kommende Jahr aber eingetrübt. „Die Politik darf jetzt nicht die Hände in den Schoß legen, sondern muss handeln und Reformwillen zeigen“, forderte Kirchhoff. Handlungsbedarf sehe der Mittelstand in erster Linie beim Bürokratieabbau und bei der Senkung der Lohnzusatzkosten. „Wenn 96 Prozent der mittelständischen Industrieunternehmen weiter fordern, die bürokratischen Lasten zu senken, ist das ein Zeichen dafür, dass trotz aller politischen Anstrengungen, Bürokratie abzubauen, die Unternehmen noch keinen Rückgang der Belastungen spüren“, sagte Kirchhoff. „Um echte Fortschritte beim Bürokratieabbau zu erzielen, muss der Normenkontrollrat seine Wirkung entfalten.“ Darüber hinaus werde es für den Mittelstand immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu bekommen. „Der zunehmende Engpass bei ausgebildeten Fachkräften und bei Fachkräften mit Hochschulabschluss beschneidet insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in ihrem Entwicklungspotenzial“, so Kirchhoff.

Einer besonders hohen Belastung ist die mittelständische Industrie durch die steigenden Energie- und Rohstoffkosten ausgesetzt, die in den Ertragsrechungen der Unternehmen deutliche Spuren hinterlassen haben. Umso wichtiger waren in den letzten Jahren die Kostenentlastungen, die aus Prozessoptimierung und Flexibilisierung sowie der Anwendung innovativer Produktionstechniken resultierten. Einen Beitrag leisteten nicht zuletzt aber auch moderate Lohnabschlüsse. „Eine Umkehr dieses Trends darf es nicht geben“, so IKB-Chefvolkswirt Kurt Demmer, „denn dies würde die hohe Investitionsbereitschaft der Unternehmen dämpfen und damit den erfreulichen Beschäftigungsaufbau stoppen.“ Insgesamt sieht Demmer den industriellen Mittelstand derzeit in einer so robusten Verfassung, dass auch der jüngste Anstieg des Eurokurses gut verkraftet werden kann.

Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt des Herbst-Panels war die Bedeutung der Corporate Governance im industriellen Mittelstand. Aus Sicht von Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young „klaffen im Mittelstand – insbesondere bei Familienunternehmen – beim Thema Corporate Governance erkannte Bedeutung und gelebte Wirklichkeit oft noch weit auseinander. Dabei bietet eine gute Corporate Governance auch kleineren Unternehmen erhebliche Chancen, auch ihre eigene Performance am Markt zu verbessern“, so Englisch.

An der Erhebungswelle der vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn und TNS Emnid entwickelten Online-Befragung haben sich in der Zeit vom 12. September bis 6. November über 900 Unternehmen beteiligt. Eine Executive Summary sowie der vollständige Berichtsband können unter www.bdi-panel.emnid.de abgerufen werden.

Quelle und Kontaktadresse:
BDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. Petra Ganser, Sekretärin, Presse und Kommunikation Breite Str. 29, 10178 Berlin Telefon: (030) 20280, Telefax: (030) 20282566

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